Skinbooster
Feine Hyaluronsäure-Depots versorgen die Haut von innen mit Feuchtigkeit und können Knitterfältchen an Gesicht, Hals, Dekolleté und Händen mildern.
- Dauerca. 30–45 Min.
- Ausfallzeitmeist keine
- Wirkdauerca. 6–9 Monate
- Betäubungauf Wunsch betäubende Creme
- Sitzungenmeist 2–3 im Abstand von ca. 4 Wochen
- Preisab 350 €
Was ist das?
Skinbooster sind eine Behandlung zur Verbesserung der Hautqualität. Der Arzt bringt unvernetzte oder nur schwach vernetzte Hyaluronsäure, ein körpereigenes und stark wasserbindendes Zuckermolekül, als viele feine Depots in die Haut ein. Anders als klassische Filler füllen Skinbooster keine einzelnen Falten auf und bauen kein Volumen auf. Sie versorgen die Haut von innen mit Feuchtigkeit. Die Haut kann dadurch elastischer werden, Knitterfältchen weicher.
Neben dem Gesicht behandeln wir vor allem Hals, Dekolleté und Handrücken. Der Effekt baut sich allmählich auf, hält etwa sechs bis neun Monate und wirkt betont natürlich. Mimik und Gesichtszüge bleiben unverändert. Tiefe Falten, Volumenverlust oder deutlich erschlaffte Haut sind kein Fall für diese Methode.
Für wen?
- Trockene, fahle oder müde wirkende Haut mit nachlassender Spannkraft
- Feine Knitterfältchen an Wangen, um den Mund oder unter den Augen
- Querfältchen und Elastizitätsverlust am Hals
- Lichtgealterte, knitterige Haut am Dekolleté
- Dünner gewordene, faltige Haut an den Handrücken
- Erste Zeichen der Hautalterung ohne Wunsch nach Volumenaufbau
- Haut, die durch Sonne, Rauchen oder Stress an Qualität verloren hat
- Ergänzung zu anderen ästhetischen Behandlungen
Ablauf
- 1
Beratung und Hautanalyse
Wir beurteilen Ihre Haut und klären, ob Skinbooster zu Ihrem Anliegen passen oder ob ein anderes Verfahren besser geeignet ist. Sie erhalten eine Aufklärung über Ablauf, realistische Effekte, Risiken und Kosten.
- 2
Vorbereitung und Betäubung
Wir reinigen und desinfizieren die Haut. Auf Wunsch tragen wir eine betäubende Creme auf, die etwa 20 bis 30 Minuten einwirkt.
- 3
Einbringen der Hyaluronsäure-Depots
Der Arzt verteilt die Hyaluronsäure als viele kleine Depots gleichmäßig in die obere bis mittlere Hautschicht. Technik, Punktabstände und Menge richten sich nach dem Areal.
- 4
Abschluss und Kühlung
Wir kontrollieren die Einstichpunkte und kühlen die Areale. Kleine Quaddeln an den Injektionspunkten sind direkt danach normal und bilden sich innerhalb von Stunden bis Tagen zurück.
- 5
Folgesitzungen und Kontrolle
Für den Aufbau des Effekts empfehlen wir meist zwei bis drei Sitzungen im Abstand von etwa vier Wochen. Bei den Folgeterminen beurteilen wir die Entwicklung und legen fest, wann Auffrischungen sinnvoll sind.
Technologie oder Wirkstoff
Hyaluronsäure (Hyaluronan) ist ein körpereigenes Glykosaminoglykan, das ein Vielfaches seines Gewichts an Wasser bindet. In der Lederhaut (Dermis) bildet sie mit Kollagen- und Elastinfasern das Gerüst, das der Haut Spannkraft gibt. Mit dem Alter sinkt ihr Gehalt, beschleunigt durch UV-Strahlung, Rauchen und oxidativen Stress. Die Haut wird trockener, dünner und knitteriger.
Skinbooster setzen genau hier an. Das fließfähige Präparat hat nicht die feste Gelstruktur klassischer Filler. Als viele Mikrodepots in der oberen bis mittleren Dermis verteilt, dient es als Feuchtigkeitsreservoir. Cremes erreichen das kaum, weil ihre Wirkstoffe die Hautbarriere nur wenig durchdringen. Weil das Material kaum vernetzt ist, bauen körpereigene Enzyme (Hyaluronidasen) es schneller ab als Filler-Gele. Daher das Kur-Prinzip mit mehreren Sitzungen. Die oberflächliche Technik macht Komplikationen an tiefer liegenden Strukturen unwahrscheinlicher als bei Volumenfillern.
Ob die eingebrachte Hyaluronsäure und der Injektionsreiz die Bindegewebszellen (Fibroblasten) zu mehr Kollagen- und Elastinbildung anregen, ist nicht abschließend geklärt. Wir nennen diesen Effekt deshalb als möglichen Zusatznutzen, nicht als gesicherte Wirkung.
Was Sie realistisch erwarten können
- Der Effekt entwickelt sich über Wochen und mit jeder Sitzung. Die Haut kann praller und frischer wirken, Knitterfältchen weicher werden.
- Skinbooster erzeugen kein Volumen und glätten keine tiefen Falten. Mimik und Gesichtszüge bleiben, wie sie sind.
- Nach der Aufbaukur hält der Effekt etwa sechs bis neun Monate. Danach ist eine Auffrischung möglich.
- Wie deutlich der Effekt ausfällt, hängt vom Ausgangszustand der Haut ab.
- Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Risiken und Nebenwirkungen
- Rötung und Schwellung an den EinstichpunktenSehr häufig und meist harmlos: Direkt nach der Behandlung sind die Injektionspunkte gerötet und leicht geschwollen. Das klingt innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen ab, Kühlung hilft.
- Papeln und QuaddelnKleine tastbare Erhebungen an den Injektionspunkten sind die frisch gesetzten Depots. Sie verteilen sich innerhalb von ein bis drei Tagen im Gewebe, am Hals und an den Handrücken manchmal etwas langsamer. Bitte nicht massieren oder ausdrücken.
- Blutergüsse (Hämatome)Die vielen feinen Einstiche können punktförmige blaue Flecken hinterlassen. Sie sind harmlos, verschwinden innerhalb weniger Tage und lassen sich abdecken. Blutverdünner und manche Nahrungsergänzungsmittel verstärken die Neigung.
- Spannungsgefühl und BerührungsempfindlichkeitIn den ersten Tagen können die Areale gespannt oder berührungsempfindlich sein, eine Folge der Wassereinlagerung und der Reizung. Das klingt rasch ab.
- Länger anhaltende KnötchenGelegentlich bleiben einzelne Depots länger tastbar oder es bilden sich kleine Verhärtungen, etwa bei sehr oberflächlicher Lage. Meist hilft Geduld. Störende, anhaltende Knötchen löst der Arzt mit dem Enzym Hyaluronidase auf.
- Reaktivierung von LippenherpesBei Behandlungen im Gesicht, vor allem um den Mund, kann der Injektionsreiz bei Veranlagung einen Herpesschub auslösen. Bei bekannter Neigung besprechen wir vorab eine vorbeugende Medikation.
- InfektionenBei den vielen oberflächlichen Einstichen gilt: Trotz steriler Arbeit können Keime eindringen. Eine örtliche Infektion ist selten und zeigt sich durch zunehmende Rötung, Überwärmung, Schmerz oder Eiter an einzelnen Einstichpunkten. Sie braucht eine ärztliche Behandlung; melden Sie sich in diesem Fall umgehend.
- Allergische ReaktionenHyaluronsäure ist körperähnlich, echte Allergien darauf sind deshalb selten. Reagieren kann die Haut auf Begleitstoffe des Präparats, etwa ein örtliches Betäubungsmittel. Eine ausgeprägte allergische Reaktion ist sehr selten und muss rasch ärztlich versorgt werden.
- GefäßkomplikationenMaterial in einem Blutgefäß mit nachfolgender Durchblutungsstörung ist die ernsteste bekannte Komplikation von Hyaluronsäure-Injektionen. Bei Skinboostern ist sie wegen der oberflächlichen Technik und des fließfähigen Materials sehr unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Bei plötzlichen starken Schmerzen oder Hautverfärbungen melden Sie sich bitte umgehend.
Wann wir nicht behandeln
- Schwangerschaft und Stillzeit; für diese Zeit fehlen Sicherheitsdaten
- Akute Infektionen, Entzündungen oder offene Hautstellen im Areal, etwa aktiver Herpes, ein Akneschub oder ein Ekzem; wir verschieben die Behandlung bis zum Abklingen
- Bekannte Allergie gegen Hyaluronsäure oder gegen Begleitstoffe des Präparats, etwa örtliche Betäubungsmittel
- Aktive Autoimmun- oder chronisch-entzündliche Erkrankungen; ob eine Behandlung infrage kommt, wägt der Arzt im Einzelfall ab
- Gerinnungsstörungen oder blutverdünnende Medikamente, weil die vielen Einstiche Blutergüsse begünstigen; Behandlung nur nach Rücksprache
- Neigung zu überschießender Narbenbildung (Keloide) an den geplanten Einstichstellen
- Frühere ausgeprägte oder verzögerte Reaktionen auf Hyaluronsäure-Injektionen
- Wunsch nach Volumenaufbau oder Korrektur tiefer Falten; dafür sind Skinbooster nicht geeignet
Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Vor- und Nachsorge
Vorbereitung
- Meiden Sie in den Tagen davor intensive Sonne und Solarium. Gereizte Haut sollte sich vor der Sitzung beruhigen.
- Blutverdünner und gerinnungshemmende Schmerzmittel setzen Sie bitte nicht eigenmächtig ab. Sagen Sie uns vorab, was Sie einnehmen, und sprechen Sie mit dem verordnenden Arzt.
- Auch Fischöl, Vitamin E, Ginkgo und Alkohol erhöhen die Neigung zu Blutergüssen an den Einstichpunkten. Ein zeitlicher Abstand vor der Sitzung kann sinnvoll sein.
- Nennen Sie uns Vorerkrankungen, Allergien und frühere ästhetische Behandlungen. Bei Neigung zu Lippenherpes besprechen wir vorab eine vorbeugende Medikation.
- Kommen Sie möglichst ungeschminkt oder rechnen Sie mit einer gründlichen Reinigung der Haut.
- Planen Sie vor wichtigen Anlässen ein bis zwei Wochen Puffer ein, weil Papeln, Rötungen oder kleine Blutergüsse einige Tage sichtbar sein können.
Nachsorge
- Kühlen Sie die Areale bei Bedarf vorsichtig und ohne Druck.
- Berühren, reiben oder massieren Sie die Einstichpunkte in den ersten Tagen nicht, damit sich die Depots gleichmäßig verteilen.
- Verzichten Sie 24 bis 48 Stunden auf intensiven Sport, Sauna, Dampfbad und heiße Bäder. Wärme verstärkt Schwellungen.
- Schützen Sie die Haut mit Lichtschutzfaktor 50+ und meiden Sie in der ersten Woche intensive Sonne und Solarium, besonders an Dekolleté und Handrücken.
- Tragen Sie frühestens nach 24 Stunden wieder Make-up auf die Einstichpunkte auf.
- Verzichten Sie etwa eine Woche auf reizende Kosmetika, Fruchtsäurepeelings und Microneedling im Areal.
- Trinken Sie ausreichend.
- Melden Sie sich umgehend bei zunehmenden Schmerzen, ausgeprägter Rötung mit Überwärmung, auffälligen Hautverfärbungen oder Papeln, die nach mehreren Tagen nicht abklingen.
Kosten und Erstattung
Die Behandlung ist eine privatärztliche Leistung. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).
Richtwert aus der Preisliste: 350 € pro Sitzung. Für den Aufbau sind meist zwei bis drei Sitzungen sinnvoll. Den genauen Betrag besprechen wir vor der Behandlung.
Die ärztliche Beratung mit Hautanalyse (50 €) verrechnen wir bei einer anschließenden Behandlung.
| Skinbooster | Richtwert |
|---|---|
| pro Sitzung | 350 € |
Alle Preise sind Richtwerte zur ersten Orientierung. Die ärztliche Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); der endgültige Betrag richtet sich nach dem individuellen Aufwand und wird vor der Behandlung mit Ihnen besprochen. Für Behandlungen ohne Listenpreis nennen wir Ihnen den Richtwert im Beratungsgespräch. Zur Preisliste
Wirkprinzip und Evidenz
Skinbooster mit unvernetzter oder schwach vernetzter Hyaluronsäure sind international verbreitet und seit Jahren im Einsatz. Ziel sind Hautfeuchtigkeit, Elastizität und Oberflächenstruktur. Wie deutlich sich diese verändern, ist individuell verschieden.
Die Studienlage dazu hat Grenzen: kleine Teilnehmerzahlen, kurze Beobachtungszeiträume, unterschiedliche Präparate und Techniken, oft Herstellerfinanzierung. Endpunkte wie ein „frischeres Hautbild“ lassen sich nur eingeschränkt messen. Bezifferbare Verbesserungen oder feste Ergebniszusagen lassen sich daraus nicht ableiten.
Alternativen
Bei Volumenverlust oder tieferen Falten sind Hyaluronsäure-Filler meist die bessere Wahl, bei mimischen Falten Botulinumtoxin. Für Oberflächenstruktur, Narben, Pigment- oder Gefäßveränderungen stehen Laserverfahren und das Radiofrequenz-Microneedling (INFINI) zur Verfügung. Als körpereigener Ansatz kann die Eigenfett-Behandlung (Seffiller) eine Alternative oder Ergänzung sein.
Quellen
- AWMF-Leitlinienregister (www.awmf.org)
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), Empfehlungen und Patienteninformationen
- Fachinformationen der eingesetzten Medizinprodukte und Bewertungen der zuständigen europäischen Behörden
- Veröffentlichungen ärztlicher Fachgesellschaften der ästhetischen Medizin zu Injektionstechnik, Komplikationsmanagement und Hyaluronidase
Häufige Fragen
Klassische Filler bestehen aus vernetzter, gelartiger Hyaluronsäure. Sie füllen Falten auf, formen Konturen und bauen Volumen auf. Skinbooster enthalten unvernetzte oder schwach vernetzte Hyaluronsäure, die der Arzt flächig als viele feine Depots einbringt. Sie erzeugen kein Volumen, sollen aber Feuchtigkeit und Elastizität verbessern und feine Knitterfältchen mildern. Kurz: Filler formen, Skinbooster pflegen die Haut von innen.
Die Injektionen sind oberflächlich und erfolgen mit sehr feinen Nadeln. Die meisten empfinden sie als viele kleine Pikser, weniger als Schmerz. Hals und Handrücken sind etwas empfindlicher, die Betäubungscreme dämpft das deutlich.
Ja. Skinbooster wirken auf Feuchtigkeit und Geschmeidigkeit, einen Aspekt, den andere Verfahren nicht abdecken. Häufige Kombinationen sind Botulinumtoxin bei mimischen Falten, Hyaluronsäure-Filler bei Volumen- und Konturverlust oder Laserbehandlungen für die Hautoberfläche. Zwischen den Behandlungen planen wir sinnvolle Abstände.
Beratung, Hautanalyse und Injektion übernehmen ausschließlich approbierte Ärztinnen und Ärzte mit dermatologischem Hintergrund. Auch bei diesem Verfahren zählen sterile Arbeit, anatomische Kenntnis und die richtige Indikation. Für den seltenen Komplikationsfall halten wir Hyaluronidase bereit.
Eine feste Altersgrenze gibt es nicht, entscheidend ist der Hautzustand. Sinnvoll ist die Behandlung, wenn die Haut spürbar an Feuchtigkeit und Elastizität verloren hat oder erste Knitterfältchen sichtbar sind, oft ab Mitte 30. Bei junger, gut durchfeuchteter Haut besteht meist keine Indikation. Minderjährige behandeln wir aus ästhetischen Gründen nicht.
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