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Dr. Nüchel
SelbstzahlerDurchführung: Ärztin/ArztÄsthetik

PRP / PRF (Eigenbluttherapie)

Ein Konzentrat aus Ihrem eigenen Blut soll die Regeneration von Haut und Kopfhaut anstoßen.

  • Dauerca. 45 Min. pro Sitzung
  • Ausfallzeitmeist kurz (Rötung, kleine Blutergüsse)
  • Wirkdauerkurabhängig, Auffrischung nach ca. 1 Jahr
  • Betäubungauf Wunsch betäubende Creme
  • Sitzungenmeist 3 im Abstand von ca. 4 Wochen
  • Preisab 200 €
Zum Bereich
Areale
Eingesetzte Technik

Was ist das?

PRP steht für plättchenreiches Plasma, PRF für plättchenreiches Fibrin. Beide gehören zur Eigenbluttherapie. Wir entnehmen eine kleine Menge Blut aus einer Armvene und trennen es in einer Zentrifuge in seine Bestandteile. Übrig bleibt ein Konzentrat, das reich an Blutplättchen (Thrombozyten) ist. Diese Blutplättchen tragen Wachstumsfaktoren in sich, Botenstoffe, die im Körper an Wundheilung und Geweberegeneration beteiligt sind.

Das Konzentrat bringen wir mit feinen Nadeln ein: in die Haut des Gesichts oder der Augenpartie, in die Kopfhaut oder in Kombination mit Microneedling. Es soll körpereigene Reparaturprozesse anregen. Weil nur Ihr eigenes Material zum Einsatz kommt, ist eine allergische Reaktion auf das Konzentrat selbst nicht zu erwarten. Umgangssprachlich heißt die Behandlung auch „Vampirlifting“.

Für wen?

  • Nachlassende Hautqualität: müder Teint, feine Linien, weniger Spannkraft
  • Dünne, empfindliche Haut der Augenpartie (Hautqualität, kein Volumenaufbau)
  • Diffuser oder anlagebedingter Haarausfall, unterstützend und nach ärztlicher Abklärung der Ursache
  • Narben, auch Aknenarben, zur Verbesserung des Hautbildes
  • Wunsch nach einem regenerativen Verfahren mit körpereigenem Material
  • Ergänzung zu Microneedling oder anderen hautregenerierenden Verfahren

Ablauf

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    Beratung und Indikation

    Wir besprechen Ihr Anliegen, Ihre Krankengeschichte und Ihre Medikamente, prüfen Gegenanzeigen und klären, ob PRP oder PRF für Ihre Indikation besser passt. Bei Haarausfall klären wir zuerst die Ursache ab, denn nicht jede Form spricht auf die Behandlung an.

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    Blutentnahme

    Unter sterilen Bedingungen entnehmen wir eine kleine Menge Blut aus einer Armvene, wie bei einer üblichen Blutabnahme. Die Menge richtet sich nach Areal und Verfahren.

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    Aufbereitung in der Zentrifuge

    Die Zentrifuge trennt das Blut in seine Bestandteile. Für PRP läuft sie schneller, meist mit Gerinnungshemmer, und liefert ein flüssiges Plasma. Für PRF läuft sie langsamer und ohne Zusätze; dabei entsteht eine Fibrinmatrix mit eingelagerten Blutplättchen. Das dauert einige Minuten und geschieht direkt in der Praxis.

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    Einbringen des Konzentrats

    Das Konzentrat spritzen wir mit feinen Nadeln in Haut oder Kopfhaut. In Kombination mit Microneedling gelangt es über feinste Kanäle in die oberen Hautschichten. Auf Wunsch tragen wir vorher eine betäubende Creme auf.

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    Abschluss und Kur

    Bei Bedarf kühlen wir die behandelten Stellen. Leichte Rötung oder Schwellung ist normal und klingt meist rasch ab. Üblich sind drei Sitzungen im Abstand von etwa vier Wochen. Eine Auffrischung nach etwa einem Jahr kann das Ergebnis stabilisieren.

Technologie oder Wirkstoff

Blut besteht aus Plasma und festen Bestandteilen: roten und weißen Blutkörperchen sowie Blutplättchen. Die Blutplättchen sorgen für die Gerinnung. Sie enthalten außerdem Wachstumsfaktoren, die bei Verletzungen frei werden und Reparaturprozesse in Gang setzen. Genau diese Eigenschaft nutzt die Eigenbluttherapie.

In der Zentrifuge trennen sich die Bestandteile nach Gewicht. So entsteht ein Konzentrat mit deutlich mehr Blutplättchen als im Ausgangsblut. Aktivierte Blutplättchen geben ihre Wachstumsfaktoren ab. Im Gewebe sollen diese unter anderem Zellteilung, die Bildung neuer Blutgefäße und die Produktion von Kollagen anregen.

Der Unterschied zwischen PRP und PRF liegt in der Aufbereitung. PRP ist ein flüssiges Plasma, das seine Wachstumsfaktoren vergleichsweise rasch freisetzt. PRF ist eine Fibrinmatrix, ein dreidimensionales Eiweißgerüst mit eingelagerten Blutplättchen und häufig auch weißen Blutkörperchen; es gibt die Faktoren langsamer und über längere Zeit ab. Welches Verfahren passt, ist eine Frage der Indikation und der ärztlichen Einschätzung.

Was Sie realistisch erwarten können

  • Die Eigenbluttherapie führt keinen fremden Wirkstoff zu. Ihr Effekt entwickelt sich deshalb über Wochen, anders als bei einem Filler, der sofort Volumen gibt.
  • Eine Verbesserung der Hautqualität zeigt sich häufig im Verlauf der Kur und einige Wochen nach der letzten Sitzung. Rötungen oder Schwellungen direkt nach der Behandlung sind davon zu unterscheiden.
  • Bei anlagebedingtem Haarausfall kann die Behandlung unterstützen. Sie ersetzt keine Behandlung der Ursache, und das Ansprechen ist von Mensch zu Mensch verschieden.
  • Eine Auffrischung nach etwa einem Jahr kann das Erreichte stabilisieren.
  • Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.

Risiken und Nebenwirkungen

  • Rötung und SchwellungRötungen und leichte Schwellungen im behandelten Areal gehören fast immer dazu. Sie klingen innerhalb weniger Stunden bis Tage ab und fallen in Kombination mit Microneedling etwas stärker aus.
  • Blutergüsse (Hämatome)An den Einstichstellen und an der Entnahmestelle am Arm können kleine Blutergüsse entstehen. Sie verschwinden meist innerhalb einiger Tage. Blutverdünnende Medikamente und bestimmte Nahrungsergänzungsmittel verstärken diese Neigung.
  • Druck- und SpannungsgefühlIn den ersten Stunden bis Tagen können die behandelten Areale berührungsempfindlich sein oder spannen. Das klingt üblicherweise rasch ab.
  • Beschwerden an der EntnahmestelleWie bei jeder Blutabnahme sind am Arm ein kleiner Bluterguss, eine leichte Druckempfindlichkeit oder sehr selten eine Venenreizung möglich. Diese Beschwerden gehen in der Regel von selbst zurück.
  • Kreislaufreaktion bei der BlutentnahmeManche Menschen reagieren auf eine Blutabnahme mit Schwindel, Unwohlsein oder selten einer kurzen Ohnmacht (vasovagale Reaktion). Sagen Sie uns bitte vorher, wenn Sie dazu neigen; dann bereiten wir die Entnahme entsprechend vor.
  • Vorübergehende HautreizungVor allem nach Kombination mit Microneedling kann die Haut einige Tage gereizt wirken, trocken sein oder leicht schuppen. Schonende Pflege und Sonnenschutz helfen in dieser Phase.
  • InfektionenWie bei jeder Injektion können trotz steriler Arbeit Keime eindringen und eine örtliche Infektion auslösen. Anzeichen sind zunehmende Rötung, Überwärmung, Schmerz oder Eiterbildung. Das ist selten, muss aber ärztlich behandelt werden. Melden Sie sich in diesem Fall bitte umgehend.
  • Ausbleibendes oder geringes AnsprechenDie Behandlung regt körpereigene Prozesse an. Der gewünschte Effekt kann deshalb gering ausfallen oder ausbleiben. Das ist kein Behandlungsfehler, sondern Ausdruck biologischer Unterschiede und der begrenzten Studienlage.
  • Aktivierung eines LippenherpesBei bekannter Neigung zu Lippenherpes kann eine Behandlung im Mund- und Lippenbereich einen Schub auslösen. Eine vorbeugende Medikation kann dann sinnvoll sein; sprechen Sie uns bitte vorher darauf an.

Wann wir nicht behandeln

  • Gerinnungsstörungen oder blutverdünnende Medikamente (Behandlung nur nach ärztlicher Rücksprache und Abwägung von Nutzen und Risiko)
  • Akute Infektionen, Entzündungen oder offene Hautstellen im Behandlungsareal, etwa ein aktiver Lippenherpes; die Behandlung wartet, bis alles abgeklungen ist
  • Akute fieberhafte Erkrankungen oder ein deutlich reduzierter Allgemeinzustand
  • Bestimmte Bluterkrankungen, etwa mit verminderter Zahl oder gestörter Funktion der Blutplättchen oder schwerer Blutarmut
  • Aktive oder nicht ausreichend abgeklärte Krebserkrankungen (Abwägung im Zweifel mit den behandelnden Fachärzten)
  • Schwangerschaft und Stillzeit; es fehlen ausreichende Sicherheitsdaten
  • Aktive Autoimmunerkrankungen oder chronisch-entzündliche Erkrankungen (individuelle ärztliche Abwägung)
  • Medikamente, die die Blutplättchen oder die Wundheilung beeinflussen; das klären wir im Beratungsgespräch
  • Haarausfall mit ungeklärter oder anderweitig behandlungsbedürftiger Ursache

Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.

Vor- und Nachsorge

Vorbereitung

  • Informieren Sie uns über Vorerkrankungen, Allergien und alle Medikamente, besonders über blutverdünnende Präparate. Setzen Sie solche Medikamente nie eigenmächtig ab.
  • Trinken Sie am Behandlungstag ausreichend und kommen Sie möglichst nicht nüchtern. Das erleichtert die Blutentnahme und beugt Kreislaufreaktionen vor.
  • Verzichten Sie am Tag vor und am Tag der Behandlung möglichst auf Alkohol und auf gerinnungshemmende Nahrungsergänzungsmittel wie Fischöl, Vitamin E oder Ginkgo.
  • Bei einer geplanten Kopfhautbehandlung wegen Haarausfall bringen Sie bitte vorhandene Befunde mit; die Ursache muss vorher ärztlich abgeklärt sein.
  • Planen Sie vor wichtigen Anlässen einen Puffer von einigen Tagen ein, weil Rötungen oder kleine Blutergüsse sichtbar sein können.

Nachsorge

  • Kühlen Sie das behandelte Areal bei Bedarf vorsichtig und ohne Druck.
  • Berühren, massieren oder reiben Sie die behandelten Stellen in den ersten Stunden bis Tagen nicht.
  • Verzichten Sie 24 bis 48 Stunden auf intensiven Sport, Sauna, Solarium und sehr heiße Bäder. Wärme verstärkt Schwellungen.
  • Verwenden Sie in den folgenden Tagen Lichtschutzfaktor 50+ und meiden Sie direkte Sonne.
  • Pflegen Sie die Haut schonend, besonders nach Microneedling: keine Peelings, keine reizenden Wirkstoffe.
  • Melden Sie sich bei zunehmenden Schmerzen, Rötung mit Überwärmung, Schwellung oder Eiterbildung umgehend in der Praxis.
  • Nehmen Sie die Folgetermine der Kur wahr. Das Konzept beruht auf mehreren Sitzungen.

Kosten und Erstattung

Die Eigenbluttherapie ist eine privatärztliche Leistung. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); gesetzliche Krankenkassen übernehmen ästhetisch motivierte Behandlungen in der Regel nicht.

Richtwert laut Preisliste: 200 € pro Sitzung. Der genaue Betrag hängt von Areal, Verfahren (PRP oder PRF) und Zahl der Sitzungen ab; wir nennen ihn vor der Behandlung.

Die ärztliche Beratung mit Hautanalyse (50 €) verrechnen wir bei einer anschließenden Behandlung.

PRP / PRF (Eigenbluttherapie)
PRP / PRF (Eigenbluttherapie)Richtwert
pro Sitzung200 €

Alle Preise sind Richtwerte zur ersten Orientierung. Die ärztliche Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); der endgültige Betrag richtet sich nach dem individuellen Aufwand und wird vor der Behandlung mit Ihnen besprochen. Für Behandlungen ohne Listenpreis nennen wir Ihnen den Richtwert im Beratungsgespräch. Zur Preisliste

Wirkprinzip und Evidenz

Die Eigenbluttherapie kommt in verschiedenen medizinischen Bereichen zum Einsatz, in der ästhetischen Medizin vor allem für die Hautqualität, bei Narben und unterstützend bei Haarausfall. Für den anlagebedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie) und die Hautqualität deuten einzelne kontrollierte Studien auf einen möglichen Nutzen hin; belastbare Langzeitdaten fehlen.

Die Datenlage ist zugleich uneinheitlich. Aufbereitungs- und Behandlungsprotokolle unterscheiden sich; viele Studien sind klein, kurz oder methodisch schwach. Aussagen zu Ausmaß und Dauer eines Effekts bleiben deshalb unsicher. Wir besprechen offen, was im Einzelfall realistisch ist.

Alternativen

Für Ruhefalten und für Volumen- oder Konturverluste sind Hyaluronsäure-Filler meist geeigneter, weil sie unmittelbar Volumen schaffen. Die Eigenbluttherapie zielt auf die Hautqualität und lässt sich gut mit Microneedling kombinieren.

Für eine intensivere Behandlung von Hautstruktur, Narben und Pigmentveränderungen kommen je nach Befund energiebasierte Verfahren wie das RF-Microneedling (INFINI) oder ablative Laser in Betracht. Bei Haarausfall steht die Abklärung der Ursache an erster Stelle.

Quellen

  • AWMF-Leitlinienregister, unter anderem zum Thema Haarausfall
  • Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), Empfehlungen und Patienteninformationen
  • TODO: konkrete Leitlinie oder Übersichtsarbeit zur Eigenbluttherapie (PRP/PRF) benennen

Häufige Fragen

Die Blutentnahme entspricht einer gewöhnlichen Blutabnahme. Das Einbringen des Konzentrats spüren Sie je nach Areal als leichtes Stechen oder Brennen. Auf Wunsch tragen wir vorher eine betäubende Creme auf.

Die Behandlung stößt körpereigene Prozesse an. Eine Verbesserung tritt deshalb allmählich über Wochen ein, oft im Verlauf der Kur und einige Wochen nach der letzten Sitzung. Wie stark sie ausfällt, ist individuell.

Bei bestimmten Formen, vor allem beim anlagebedingten Haarausfall, setzen wir sie unterstützend ein. Die Studienlage wächst, ist aber uneinheitlich. Entscheidend ist die ärztliche Abklärung der Ursache vorab, denn nicht jeder Haarverlust spricht auf diese Methode an.

Beide stammen aus Ihrem Blut. PRP ist ein flüssiges Plasma, das seine Wachstumsfaktoren rasch abgibt. PRF ist eine Fibrinmatrix ohne Zusätze, die sie langsamer und über längere Zeit freisetzt. Welches Verfahren wir wählen, hängt von der Indikation ab.

Blutentnahme, Aufbereitung und Injektion übernimmt der Arzt selbst. Bei Haarausfall gehört dazu, die Ursache zu klären, bevor wir behandeln.

Ästhetik

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