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Dr. Nüchel
PrivatleistungDurchführung: Ärztin/ArztLasermedizin

Besenreiser

Besenreiser und tiefer liegende retikuläre Varizen an den Beinen verödet der langgepulste Nd:YAG-Laser über den roten Blutfarbstoff; Kompressionsstrümpfe sind danach nicht nötig.

  • Dauerca. 15–60 Min. pro Sitzung, je nach Ausdehnung
  • Ausfallzeitmeist keine; Rötung und leichte Schwellung für Stunden bis wenige Tage
  • Wirkdauerbehandelte Gefäße kehren in der Regel nicht zurück; neue können entstehen
  • BetäubungKühlung, auf Wunsch betäubende Creme
  • Sitzungenmeist 1–3
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Areale
Eingesetzte Technik

Was ist das?

Besenreiser sind feine, oberflächlich sichtbare Äderchen, meist an den Beinen. Etwas tiefer liegen die retikulären Varizen, netzartig verlaufende kleine Krampfadern. Beide Formen lassen sich mit Gefäßlasern behandeln; meist verwenden wir dafür den langgepulsten Nd:YAG-Laser, bei uns den Nydon von Alma.

Der Nd:YAG-Laser (Neodym-dotierter Yttrium-Aluminium-Granat-Laser) arbeitet mit einer Wellenlänge von 1.064 Nanometern und dringt damit tief in das Gewebe ein. Der rote Blutfarbstoff nimmt das Licht auf und wandelt es in Wärme um; das Gefäß verschließt sich, und der Körper baut es in den folgenden Wochen ab. Weil das Hautpigment Melanin dieses Licht nur gering aufnimmt, eignet sich der Laser auch für dunklere Hauttypen.

Neben der Verödung (Sklerosierung) ist der Laser eine Möglichkeit, solche Gefäße zu behandeln. Zwei Unterschiede sind dabei wichtig: Nach der Laserbehandlung müssen Sie keine Kompressionsstrümpfe tragen, und das Risiko bleibender Narben ist gering, wenn auch nicht ausgeschlossen. Welches Verfahren im Einzelfall passt, hängt von Größe und Tiefe der Gefäße ab; das klären wir bei der Untersuchung. Gebräunte Haut reagiert stärker auf das Laserlicht, deshalb ist die kühlere Jahreszeit oft günstiger.

Für wen?

  • Besenreiser an den Beinen (feine, oberflächlich sichtbare Äderchen)
  • Tiefer liegende retikuläre Varizen
  • Gefäßveränderungen, die oberflächlich wirkende Laser nicht erreichen
  • Dunklere Hauttypen, deren Hautpigment das Licht des Nd:YAG-Lasers nur wenig aufnimmt
  • Feine Gefäße im Gesicht, für die eher der Farbstofflaser infrage kommt

Ablauf

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    Beratung und Untersuchung

    Wir sehen uns die Gefäße an, beurteilen Größe, Tiefe und Ihren Hauttyp und prüfen mögliche Gegenanzeigen. Dabei besprechen wir, ob der Laser oder die Verödung besser passt und welches Ergebnis realistisch ist. Vor der ersten Behandlung klären wir Sie schriftlich auf.

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    Probebehandlung an einer Teststelle

    Bei dunkleren Hauttypen behandeln wir bei Bedarf zunächst eine kleine Teststelle. So beurteilen wir die Hautreaktion und passen die Laserparameter an.

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    Vorbereitung am Behandlungstag

    Wir reinigen das Areal; auf Wunsch betäubt eine Creme empfindliche Bereiche vorab. Sie und das Praxisteam tragen während der gesamten Behandlung eine Schutzbrille.

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    Laserbehandlung

    Der Arzt führt das Handstück im Long-Pulse-Modus systematisch über die Gefäße und kühlt die Haut dabei. Ein Impuls fühlt sich wie ein kurzes Zwicken oder ein Wärmegefühl an.

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    Verlaufskontrolle und Folgesitzungen

    Die behandelten Gefäße verblassen über Wochen. Bei der Kontrolle beurteilen wir den Verlauf; meist genügen ein bis drei Sitzungen.

Technologie oder Wirkstoff

Grundlage ist die selektive Photothermolyse: Laserlicht einer bestimmten Wellenlänge trifft auf eine Zielstruktur in der Haut, hier den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Die Lichtenergie wandelt sich in Wärme um und verödet das Gefäß, während das umliegende Gewebe weitgehend geschont bleibt. Wellenlänge, Impulsdauer und Energie stimmen wir auf das Behandlungsziel ab.

Die vergleichsweise lange Wellenlänge von 1.064 Nanometern dringt tiefer ein als kurzwelligere Systeme und erreicht so auch tiefer liegende Gefäße. Zugleich nimmt das Melanin der Haut sie nur gering auf. Mit angepassten Parametern lässt sich der Nd:YAG-Laser deshalb auch bei dunkleren Hauttypen (Fitzpatrick IV bis VI) einsetzen, bei denen kurzwelligere Laser ein höheres Risiko für Verbrennungen und Pigmentstörungen tragen.

Im Long-Pulse-Modus verödet die vom Hämoglobin aufgenommene Wärme das erweiterte Gefäß; der Körper baut es über Wochen ab. Eine begleitende Hautkühlung schützt die Oberhaut. Die Wahl der Parameter durch den Arzt ist wesentlich für Wirksamkeit und Sicherheit.

Was Sie realistisch erwarten können

  • Die behandelten Gefäße verblassen über Wochen, während der Körper sie abbaut.
  • Meist genügen ein bis drei Sitzungen. Behandelte Gefäße kehren in der Regel nicht zurück; neue Besenreiser können mit der Zeit entstehen, weil die Veranlagung bleibt.
  • Kompressionsstrümpfe sind nach der Laserbehandlung nicht nötig. Bei größeren Beinvenen kann die Verödung gleichwertig oder überlegen sein; das besprechen wir vorher.
  • Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.

Risiken und Nebenwirkungen

  • Rötung und SchwellungVorübergehende Rötung und leichte Schwellung sind die häufigste Reaktion. Sie sind in der Regel harmlos und klingen innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen ab.
  • Hitze-, Spannungs- und SchmerzgefühlWährend und kurz nach der Behandlung sind ein Wärme- oder Spannungsgefühl und ein leichtes Brennen ähnlich einem Sonnenbrand möglich. Kühlung und auf Wunsch eine betäubende Creme lindern das.
  • Krusten und oberflächliche WundenVereinzelt bilden sich oberflächliche Krusten oder kleine Wunden, die über ein bis zwei Wochen abheilen. Vorzeitiges Ablösen erhöht das Risiko für Narben und Pigmentstörungen.
  • PigmentverschiebungenDie Haut kann im behandelten Bereich vorübergehend heller (Hypopigmentierung) oder dunkler (Hyperpigmentierung) erscheinen, seltener auch länger anhaltend. Frische Bräunung und dunklere Hauttypen erhöhen dieses Risiko.
  • BlasenbildungBei höherer Energie oder empfindlicher Haut können sich Blasen bilden. Sie heilen in der Regel ab; bitte nicht öffnen, um Infektionen und Narben vorzubeugen.
  • InfektionWo die Hautoberfläche kurzzeitig nicht intakt ist, besteht ein geringes Infektionsrisiko. Sorgfältige Hygiene und die Nachsorgehinweise senken es deutlich.
  • NarbenbildungSelten entstehen bleibende Narben, vor allem nach vorzeitigem Ablösen von Krusten, bei Infektionen oder bei Veranlagung zu überschießender Narbenbildung (Keloide).
  • Unvollständiges Ansprechen und neue GefäßeNicht jedes Gefäß spricht vollständig an; kräftigere oder tiefer liegende Venen brauchen unter Umständen eine Verödung. Neue Besenreiser können an anderer Stelle entstehen.
  • Augenschädigung ohne SchutzLaserlicht kann das Auge ernsthaft schädigen. Deshalb tragen Sie und das Praxisteam während der gesamten Behandlung eine Schutzbrille.

Wann wir nicht behandeln

  • Schwangerschaft und Stillzeit: Aus Vorsorgegründen behandeln wir in dieser Zeit nicht.
  • Frische, intensive Bräunung durch Sonne, Solarium oder Selbstbräuner im Behandlungsareal.
  • Akute Infektionen oder entzündliche Hauterkrankungen im Behandlungsbereich.
  • Wirkstoffe, die die Haut lichtempfindlicher machen, sowie bestimmte systemische Aknemittel aus der Wirkstoffklasse der Retinoide; hierzu ist eine ärztliche Rücksprache nötig.
  • Erkrankungen mit erhöhter Lichtempfindlichkeit, etwa bestimmte Autoimmun- oder Stoffwechselerkrankungen.
  • Bekannte Neigung zu überschießender Narbenbildung (Keloide oder hypertrophe Narben).
  • Unklare oder auffällige Pigmentmale und Hautveränderungen im Behandlungsareal: Sie müssen vorher dermatologisch abgeklärt sein; über Muttermalen lasern wir nicht.
  • Bekannter oder vermuteter Hautkrebs im Behandlungsbereich.
  • Gerinnungshemmende Medikamente; eine Behandlung ist nur nach ärztlicher Rücksprache und Abwägung im Einzelfall möglich.

Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.

Vor- und Nachsorge

Vorbereitung

  • Meiden Sie intensive Sonne, Solarium und Selbstbräuner für etwa vier bis sechs Wochen vor der Behandlung. Gebräunte Haut reagiert stärker auf das Laserlicht.
  • Informieren Sie uns über alle Medikamente und Erkrankungen, besonders über gerinnungshemmende oder lichtsensibilisierende Wirkstoffe. Gerinnungshemmer pausieren Sie nur nach ärztlicher Rücksprache.
  • Kommen Sie mit sauberer Haut im Behandlungsareal, ohne Cremes, Make-up oder Selbstbräuner.
  • Sagen Sie den Termin ab, wenn im Behandlungsbereich akute Hautreizungen, Infektionen oder ein Sonnenbrand bestehen.

Nachsorge

  • Kühlen Sie das Areal in den ersten Stunden bei Bedarf; das lindert Rötung, Wärmegefühl und Schwellung.
  • Schützen Sie die behandelte Haut für mehrere Wochen mit Lichtschutzfaktor 50+ und meiden Sie direkte Sonne und Solarium.
  • Verzichten Sie für einige Tage auf Sauna, Dampfbad, Schwimmbad, heiße Vollbäder und intensiven Sport.
  • Pflegen Sie die Haut mit reizarmen Produkten; Peelings, Fruchtsäuren und reizende Kosmetik warten, bis die Haut beruhigt ist.
  • Lösen Sie Krusten oder Bläschen nicht vorzeitig ab und vermeiden Sie Reibung durch enge Kleidung.
  • Kompressionsstrümpfe sind nach der Laserbehandlung nicht nötig.
  • Nehmen Sie die Verlaufskontrolle wahr und melden Sie sich bei zunehmenden Schmerzen, starker Schwellung, Eiter oder Fieber in der Praxis.

Kosten und Erstattung

Die Laserbehandlung von Besenreisern ist eine Privatleistung. Wir rechnen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab; die Krankenkasse übernimmt die Behandlung kosmetisch störender Äderchen in der Regel nicht.

Richtwert laut Preistabelle: 1 € pro Laserimpuls (Spotgröße ca. 1,5 mm). Wie viele Impulse Ihr Befund braucht, schätzen wir bei der Untersuchung ab und nennen Ihnen den voraussichtlichen Betrag pro Sitzung.

Nd:YAG-Laser bei Besenreisern
Nd:YAG-Laser bei BesenreisernRichtwert
Pro Laserimpuls (Spotgröße ca. 1,5 mm)1 €

Alle Preise sind Richtwerte zur ersten Orientierung. Die ärztliche Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); der endgültige Betrag richtet sich nach dem individuellen Aufwand und wird vor der Behandlung mit Ihnen besprochen. Für Behandlungen ohne Listenpreis nennen wir Ihnen den Richtwert im Beratungsgespräch. Zur Preisliste

Weitere Systeme für Gefäße

Neben dem Nd:YAG-Laser setzen wir je nach Befund ein:

  • Gepulster Farbstofflaser (Vbeam): Sein Licht nimmt der rote Blutfarbstoff besonders gut auf; er eignet sich für feine Gefäße, vor allem im Gesicht.
  • Intensives gepulstes Licht (IPL, Stellar M22): bei flächigen Rötungen und feinen Äderchen im Gesicht. TODO: Die bisherige Website nennt für Besenreiser ein IPL/RF-Gerät; ärztlich bestätigen, ob die Stellar M22 dafür infrage kommt.
  • TODO: Die bisherige Website nennt zusätzlich den KTP-Laser (532 nm) für Besenreiser nach einer Verödung. Das System gilt im Relaunch als unbestätigt; ärztlich klären, ob es noch im Einsatz ist.

Wirkprinzip und Evidenz

Besenreiser sind erweiterte Gefäße der obersten Hautschichten; retikuläre Varizen liegen etwas tiefer. Für die Beine ist der Nd:YAG-Laser das meist eingesetzte System, weil seine Eindringtiefe auch tiefer liegende Gefäße erreicht und sein Licht das Hautpigment weitgehend verschont.

Der Nd:YAG-Laser zählt zu den lang etablierten und vergleichsweise gut untersuchten Lasersystemen der Dermatologie. Für Besenreiser und kleinere Gefäßveränderungen ist eine wirksame Aufhellung oder Beseitigung belegt; je nach Gefäßgröße und Tiefe können andere Verfahren wie die Verödung gleichwertig oder überlegen sein.

Die Grenzen der Evidenz: Die Studien unterscheiden sich erheblich in Geräten, Parametern, Hauttypen und Nachbeobachtung, Langzeitdaten sind begrenzt, und das Ansprechen hängt von der Gefäßbeschaffenheit und dem Hauttyp ab. Ein bestimmtes Ergebnis lässt sich daraus nicht ableiten.

Alternativen

Bei größeren Beinvenen ist die Verödung (Sklerosierung) eine Alternative oder die bessere Wahl. Für oberflächliche, hellrote Gefäße im Gesicht eignet sich der Farbstofflaser; tiefer liegende, dunkler-bläuliche Gefäße sprechen eher auf den Nd:YAG-Laser an.

Quellen

  • AWMF-Leitlinienregister: Leitlinien der Fachgesellschaften, u. a. der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), zu dermatologischen und lasermedizinischen Themen.
  • Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): Informationen und rechtliche Vorgaben zur Anwendung nichtionisierender Strahlung am Menschen (NiSV).
  • Fachgesellschaften der ästhetischen und lasermedizinischen Dermatologie: Empfehlungen und Stellungnahmen zur Lasertherapie.
  • Fachinformationen und Herstellerangaben der eingesetzten Lasersysteme sowie dermatologische Fachliteratur als Grundlage der Parameterwahl.

Häufige Fragen

Die meisten Patientinnen und Patienten beschreiben die Impulse als kurzes Zwicken oder Wärmegefühl, ähnlich dem Schnippen eines Gummibandes. Mit Kühlung und auf Wunsch einer betäubenden Creme ist die Behandlung in aller Regel gut zu ertragen.

Das hängt von Größe und Tiefe der Gefäße ab. Feine Besenreiser und retikuläre Varizen behandeln wir meist mit dem Laser; bei größeren Beinvenen kann die Verödung gleichwertig oder überlegen sein. Nach der Laserbehandlung müssen Sie keine Kompressionsstrümpfe tragen. Welches Verfahren passt, klären wir bei der Untersuchung.

Grundsätzlich ja, die kühlere Jahreszeit ist aber oft günstiger: Gebräunte Haut enthält mehr Melanin, reagiert stärker auf das Laserlicht und trägt ein höheres Risiko für Pigmentverschiebungen. Im Sommer sind ungebräunte Haut und konsequenter UV-Schutz besonders wichtig.

Approbierte Ärztinnen und Ärzte mit dermatologischem Hintergrund und Erfahrung in der Lasertherapie: für die Indikationsstellung, die Wahl der Laserparameter und die Behandlung selbst. Die ärztliche Beurteilung von Hauttyp, Pigmentierung und Vorgeschichte verringert das Risiko von Nebenwirkungen.

Behandelte Gefäße kehren in der Regel nicht zurück. Die Veranlagung bleibt aber bestehen, sodass mit der Zeit neue Äderchen entstehen können. Eine erneute Behandlung ist dann möglich.

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