Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)
Weiße, scharf begrenzte Flecken durch verlorene Pigmentzellen: Wir ordnen die Vitiligo ein, bremsen den aktiven Prozess und regen die Repigmentierung mit UV-Licht an.
Was ist das?
Bei der Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) verliert die Haut in einzelnen Bereichen ihre Farbe. Die pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) gehen zugrunde, meist durch einen Autoimmunprozess, bei dem das Abwehrsystem die eigenen Pigmentzellen angreift. Es entstehen scharf begrenzte, milchig-weiße Flecken, häufig an Händen, im Gesicht, um Körperöffnungen, an Ellenbogen und Knien oder über Gelenken. Auch Haare in den betroffenen Arealen können weiß werden.
Die Vitiligo ist körperlich harmlos: Sie juckt nicht, schmerzt nicht und ist nicht ansteckend. Für viele Betroffene ist sie dennoch eine erhebliche Belastung, vor allem an sichtbaren Stellen. Sie tritt gehäuft zusammen mit anderen Autoimmunerkrankungen auf, etwa der Schilddrüse; eine Blutuntersuchung kann deshalb sinnvoll sein. Der Verlauf ist nicht vorhersehbar: Phasen der Ausbreitung wechseln mit Stillstand, gelegentlich färben sich Flecken von selbst wieder.
Die Behandlung hat zwei Ziele: den aktiven Prozess zu bremsen und die Repigmentierung anzuregen. Dafür stehen entzündungshemmende Cremes und die Bestrahlung mit UV-Licht zur Verfügung. Umschriebene Areale lassen sich gezielt mit monochromatischem UV-Licht der Wellenlänge 308 nm bestrahlen; das Licht regt die in den Haarfollikeln erhaltenen Pigmentzellen an, sodass sich die Flecken vom Follikel aus wieder färben können. TODO: Excimer-Laser als Praxisgerät bestätigen (alte Website: XTRAC Ultra von Photomedex).
Für wen?
- Neu aufgetretene weiße Flecken, deren Ursache unklar ist
- Bekannte Vitiligo, die sich ausbreitet
- Umschriebene Vitiligo-Areale, vor allem im Gesicht und an anderen gut ansprechenden Regionen
- Ausgedehnter Befall, bei dem eine Ganzkörper-Lichttherapie infrage kommt
- Wunsch nach Beratung zu Sonnenschutz und Abdeckung (Camouflage)
Ablauf
- 1
Untersuchung und Einordnung
Wir beurteilen Ausdehnung, Verteilung und Aktivität der Flecken; unter dem Wood-Licht (einer UV-Lampe) zeigen sich auch beginnende Herde. Andere Ursachen weißer Flecken, etwa eine Pilzinfektion oder helle Narben, grenzen wir ab. Wir fragen nach Verlauf, Autoimmunerkrankungen in der Familie und Beschwerden, die auf eine Schilddrüsenerkrankung hinweisen; bei Bedarf veranlassen wir eine Blutuntersuchung.
- 2
Den aktiven Prozess bremsen
Bei frischen oder sich ausbreitenden Herden setzen wir entzündungshemmende Cremes ein: kortisonhaltige Präparate zeitlich begrenzt, an Gesicht und Hals bevorzugt kortisonfreie Calcineurin-Hemmer. Sie sollen den Angriff auf die Pigmentzellen dämpfen. Bei rascher Ausbreitung kann eine kurzzeitige innerliche Behandlung in Betracht kommen. TODO: Bestätigen, welche Therapien zur Stabilisierung die Praxis anbietet.
- 3
Gezielte Bestrahlung umschriebener Areale
Ist der Prozess zur Ruhe gekommen, bestrahlen wir umschriebene Flecken gezielt mit UV-Licht von 308 nm. Das Licht trifft nur die entfärbten Stellen; die gesunde Haut bleibt ausgespart, und die Dosis lässt sich rascher steigern. Nach den Angaben der alten Website sind in der Regel 30 bis 50 Behandlungszyklen nötig. TODO: Excimer-Laser und Zyklenzahl bestätigen.
- 4
Lichttherapie bei ausgedehntem Befall
Bei vielen oder großflächigen Herden kommt die Schmalspektrum-UVB-Bestrahlung des ganzen Körpers infrage, über Monate mehrmals wöchentlich. Ablauf und Risiken stehen auf den Seiten Lichttherapie und UVB-Therapie. TODO: Bestätigen, ob die Praxis die Ganzkörper-UVB-Therapie bei Vitiligo einsetzt.
- 5
Sonnenschutz und Abdeckung
Entfärbte Haut hat keinen Eigenschutz und verbrennt rasch. Sonnenschutz gehört deshalb zu jeder Behandlung und mildert zugleich den Kontrast zur gebräunten Umgebung. Für sichtbare Stellen beraten wir zu medizinischer Abdeckung (Camouflage).
- 6
Verlaufskontrolle
Eine Repigmentierung baut sich über Monate auf. Wir kontrollieren den Verlauf in regelmäßigen Abständen, passen die Behandlung an und besprechen mit Ihnen, ob eine Fortführung sinnvoll ist.
Was Sie realistisch erwarten können
- Die Repigmentierung entwickelt sich langsam, meist beginnend an den Haarfollikeln als kleine Pigmentinseln, und ist individuell sehr verschieden.
- Gesicht und Hals sprechen in der Regel am besten an; Hände, Füße und Stellen über Gelenken deutlich schlechter.
- Vitiligo lässt sich nicht im eigentlichen Sinne heilen. Auch nach erfolgreicher Behandlung können Flecken zurückkehren, vor allem ohne Erhaltungstherapie.
- Die gezielte Bestrahlung erfordert viele Sitzungen über einen längeren Zeitraum.
- Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Risiken und Nebenwirkungen
- Entzündungshemmende CremesKortisonhaltige Präparate können bei längerer Anwendung die Haut dünner machen; wir setzen sie deshalb zeitlich begrenzt ein. Calcineurin-Hemmer brennen zu Beginn häufig; während der Anwendung ist Sonnenschutz wichtig.
- UV-BestrahlungIm bestrahlten Areal sind Rötung und eine sonnenbrandähnliche Reaktion möglich, bei zu hoher Dosis Blasen. Die umgebende gesunde Haut kann vorübergehend nachdunkeln, was den Kontrast zunächst verstärkt; das bildet sich nach Therapieende zurück. Bei kumulativ hohen UV-Dosen ist ein langfristig erhöhtes Hautkrebsrisiko nicht auszuschließen; die Dosis steuern und begrenzen wir ärztlich.
- Sonnenbrand und neue HerdeEntfärbte Haut verbrennt schnell. Ein Sonnenbrand kann außerdem neue Herde auslösen (Köbner-Phänomen), ebenso Verletzungen und Reibung.
- Seelische BelastungVitiligo kann das Selbstbild stark beeinträchtigen. Sprechen Sie das an; bei Bedarf vermitteln wir Unterstützung.
Wann wir nicht behandeln
- UV-Bestrahlung: lichtempfindliche Erkrankungen wie Lupus erythematodes oder Porphyrie, erhöhtes Hautkrebsrisiko (Einzelfallprüfung)
Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Vor- und Nachsorge
Vorbereitung
- Bringen Sie eine Liste aller Medikamente mit; einige erhöhen die Lichtempfindlichkeit.
- Tragen Sie vor einer Bestrahlung keine Lichtschutzmittel oder parfümierten Kosmetika auf die Haut auf.
Nachsorge
- Schützen Sie die Haut täglich mit hohem Lichtschutzfaktor, vor allem die entfärbten Stellen.
- Vermeiden Sie Sonnenbrand, Verletzungen und starke Reibung der Haut.
- Halten Sie die Erhaltungstherapie ein, die wir mit Ihnen verabreden, und kommen Sie zu den Kontrollterminen.
Kosten und Erstattung
Untersuchung, Beratung und die verordnete äußerliche Therapie rechnen wir über die gesetzliche oder private Krankenkasse ab.
Die gezielte Bestrahlung mit dem Excimer-Laser ist bisher keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Wir rechnen sie nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) ab; private Versicherungen übernehmen die Kosten häufig. TODO: Kostenstatus der Ganzkörper-UVB-Therapie bei Vitiligo bestätigen.
Früheres Verfahren: autologe Melanozyten-Transplantation
Neben der Lichttherapie haben wir früher die Transplantation körpereigener Pigmentzellen angeboten. Das Verfahren ist derzeit nicht verfügbar, weil in Deutschland keine Firma mehr autologe Melanozyten herstellt. Es lief in vier Schritten ab:
- Ambulante Entnahme einer Hautprobe aus einem gesunden Areal, häufig aus der Leiste
- Anzucht neuer Pigmentzellen aus der Probe im Labor über etwa 21 Tage
- Oberflächliches Abtragen der Oberhaut im betroffenen Areal unmittelbar vor der Transplantation
- Auftragen der Zellsuspension; erste Beurteilung nach frühestens sechs Wochen, endgültiges Ergebnis nach etwa sechs Monaten
Häufige Fragen
Nein. Die Vitiligo ist weder ansteckend noch körperlich gefährlich. Sie kann aber mit anderen Autoimmunerkrankungen einhergehen, etwa der Schilddrüse; das prüfen wir bei Bedarf mit einer Blutuntersuchung.
Nicht im eigentlichen Sinne. Mit Cremes und UV-Bestrahlung lässt sich der Prozess bremsen und in geeigneten Arealen eine Repigmentierung anregen. Der Erfolg ist individuell verschieden, und Flecken können zurückkehren.
In der Regel viele Sitzungen über einen längeren Zeitraum; eine Repigmentierung baut sich langsam auf. Die Zyklenzahl, mit der wir bei Ihnen planen, nennen wir Ihnen nach der Untersuchung.
Die autologe Melanozyten-Transplantation, bei der im Labor gezüchtete körpereigene Pigmentzellen auf die entfärbten Areale kamen, haben wir früher angeboten. Derzeit stellt in Deutschland keine Firma mehr autologe Melanozyten her; das Verfahren ist deshalb nicht verfügbar.
Die ärztliche Behandlung mit Cremes ist eine Kassenleistung. Die gezielte Bestrahlung mit dem Excimer-Laser ist eine IGeL-Leistung, die private Versicherungen häufig übernehmen. Den Rahmen klären wir vorab mit Ihnen.
Ja, mit Schutz. Entfärbte Haut verbrennt schnell, und ein Sonnenbrand kann neue Herde auslösen. Verwenden Sie täglich einen hohen Lichtschutzfaktor; Solarien sind nicht geeignet.
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