Verhaltensempfehlungen bei Allergien
Das Meiden des Auslösers ist die grundlegende Maßnahme bei einer Allergie. Empfehlungen für den Alltag bei Pollen-, Hausstaubmilben- und Schimmelpilzallergie.
Was ist das?
Ist der Auslöser einer Allergie bekannt, ist das Meiden dieses Allergens (Allergenkarenz) der erste Schritt. Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf einen bestimmten Stoff. Je seltener der Körper mit diesem Stoff in Kontakt kommt, desto weniger Anlass gibt es für die Reaktion.
Wie oft es zu diesem Kontakt kommt, lässt sich zu Hause, im Garten und bei der Urlaubsplanung beeinflussen. Dazu möchten wir Ihnen einige Ratschläge geben.
Die Empfehlungen betreffen drei Auslöser: Pollen, Hausstaubmilben und Schimmelpilze. Sie gelten, wenn die Allergie nachgewiesen ist. Wie wir den Auslöser bestimmen, steht auf der Seite zur Allergiediagnostik.
Für wen?
- Nachgewiesene Pollenallergie (Heuschnupfen)
- Hausstaubmilbenallergie, etwa bei ganzjährigem allergischem Schnupfen
- Schimmelpilzallergie
- Ergänzend zur Hyposensibilisierung oder zur medikamentösen Behandlung
- Nach der Allergiediagnostik, sobald der Auslöser feststeht
Ablauf
- 1
Auslöser bestimmen
Grundlage jeder Empfehlung ist die Allergiediagnostik: Anamnese, Hauttests und, falls nötig, eine Blutuntersuchung zeigen, worauf Ihr Immunsystem reagiert.
- 2
Empfehlungen besprechen
Bei der Befundbesprechung gehen wir mit Ihnen durch, welche Maßnahmen zu Ihrem Auslöser und zu Ihrem Alltag passen: Schlafplatz und Wohnung, Garten, Ernährung oder die Planung des Urlaubs.
- 3
Im Alltag umsetzen
Vieles lässt sich sofort umsetzen, etwa das Lüften am Abend oder milbendichte Bettbezüge. Anderes, wie die Sanierung feuchter Wände oder der Wechsel von Bodenbelägen, braucht Zeit und Planung.
- 4
Verlauf beurteilen
Reicht das Meiden des Auslösers nicht aus, kommen die weiteren Wege der Allergietherapie hinzu: die Hyposensibilisierung als Behandlung an der Ursache und Medikamente, die die Symptome lindern.
Was Sie realistisch erwarten können
- Die Empfehlungen setzen eine gesicherte Diagnose voraus; sie ersetzen keine Abklärung.
- Vollständig meiden lassen sich manche Allergene nicht. Pollen und Schimmelpilzsporen sind in der Außenluft vorhanden; die Maßnahmen verringern den Kontakt, schließen ihn aber nicht aus.
- Bei Pollen- und Schimmelpilzallergie können sich Aufenthalte im Hochgebirge oder in Küsten- und Inselregionen günstig auswirken (Klimatherapie).
- Manche Maßnahmen betreffen die Wohnung und brauchen Vorlauf, etwa der Wechsel von Bodenbelägen oder die Sanierung feuchter Mauern.
- Reicht die Karenz allein nicht aus, stehen die Hyposensibilisierung und die medikamentöse Behandlung zur Verfügung.
- Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Risiken und Nebenwirkungen
- Beschwerden trotz KarenzBeschwerden können trotz aller Maßnahmen auftreten, vor allem bei Pollen und Schimmelpilzsporen in der Außenluft.
- Verzicht auf VerdachtVerzichten Sie nicht auf Verdacht auf einzelne Lebensmittel oder ganze Lebensmittelgruppen. Ein Verzicht ist nur sinnvoll, wenn die Allergie nachgewiesen ist; lassen Sie den Verdacht vorher abklären.
- NotfallBei plötzlicher Atemnot, Kreislaufproblemen, Schwindel oder rasch zunehmender Schwellung wählen Sie sofort den Notruf 112. Welche Maßnahmen in Ihrem Fall sinnvoll sind, besprechen wir persönlich mit Ihnen.
Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Kosten und Erstattung
Die Beratung zu Verhaltensmaßnahmen gehört zur Befundbesprechung nach der Allergiediagnostik. Für Kosten und Erstattung gelten die Angaben auf den Seiten Allergiediagnostik und Allergietherapie.
Empfehlungen bei Pollenallergie
Pollen fliegen je nach Pflanze zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr. Während der Flugzeit Ihres Allergens gilt:
TODO: Hinweis auf Pollenflugvorhersage oder Pollenflugkalender (welche Quelle die Praxis empfiehlt) vom Arzt freigeben.
- Fenster morgens geschlossen halten und nur abends lüften.
- Gartenarbeiten meiden.
- Auf Kräutertees und Honigprodukte verzichten; hier sind Kreuzreaktionen möglich.
- Den Urlaub genau planen, nach Zeitraum und Ort.
Empfehlungen bei Hausstaubmilbenallergie
Für Wohnung und Schlafplatz gilt:
- Immer für ausreichende Frischluftzufuhr sorgen.
- Die Luftfeuchtigkeit unter 50 % halten.
- Abwischbare Fußböden bevorzugen.
- Schaumstoffmatratzen und milbendichte Bettbezüge (Encasings) verwenden.
- Klimaanlagen meiden.
Empfehlungen bei Schimmelpilzallergie
Schimmelpilze wachsen, wo es dauerhaft feucht ist. Darum:
- Feuchte Wände und Mauern sanieren.
- Keine Topfpflanzen aufstellen.
- Auf geringe Luftfeuchtigkeit achten.
Bei Verdacht auf eine Allergie
Jeder Verdacht auf eine Allergie gehört abgeklärt, durch eine Ärztin oder einen Arzt mit Erfahrung in der Allergologie. Erst mit einer gesicherten Diagnose lassen sich die Empfehlungen auf Ihre Situation zuschneiden.
Häufige Fragen
Weil eine Allergie eine Reaktion des Immunsystems auf einen bestimmten Stoff ist. Kommt dieser Stoff seltener mit dem Körper in Kontakt, gibt es weniger Anlass für die Reaktion. Das Meiden ist deshalb die grundlegende Maßnahme, vor oder neben jeder weiteren Behandlung.
Nur bedingt. Ohne gesicherten Auslöser besteht das Risiko, viel Aufwand in die falsche Richtung zu treiben oder unnötig auf etwas zu verzichten. Lassen Sie den Verdacht allergologisch abklären; danach lassen sich die passenden Maßnahmen auswählen.
Nicht immer. Bei Pollen oder Schimmelpilzsporen ist ein vollständiges Meiden im Alltag kaum möglich. Bleiben Beschwerden bestehen, kommen die weiteren Wege der Allergietherapie hinzu: die Hyposensibilisierung und Medikamente zur Linderung der Symptome.
Bezüge für Matratze, Kissen und Decke aus einem Gewebe, das so dicht ist, dass Milben und ihre Allergene nicht hindurchgelangen. Sie liegen unter der normalen Bettwäsche.
Weil bei einer Pollenallergie Kreuzreaktionen mit Lebensmitteln möglich sind, darunter bestimmte Kräutertees und Honig. Ob und in welchem Umfang ein Verzicht in Ihrem Fall nötig ist, hängt vom Auslöser ab und klärt sich bei der Befundbesprechung.
Allergologie
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Verwandte Behandlungen
Allergietherapie
Steht der Auslöser fest, richtet sich die Behandlung danach: Karenz, Hyposensibilisierung als Spritze unter die Haut oder als Tropfen und Tabletten unter die Zunge, dazu Medikamente, die die Symptome lindern.
Allergiediagnostik
Anamnese, Pricktest, Epikutantest, Scratch- und Intrakutantest sowie die Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper im Blut. Alle Tests werten wir im praxiseigenen Labor aus.
Allergische Erkrankungen
Heuschnupfen, Hausstaubmilben- und Tierhaarallergie, Kontaktallergie, Nahrungsmittel- und Insektengiftallergie, Nesselsucht: welche Beschwerden dazugehören und wann Sie den Verdacht abklären lassen sollten.





