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Dr. Nüchel

Lasermedizin · Technologie

Wie Laser wirken

Selektive Photothermolyse, Wellenlängen und Zielstrukturen, Ausfallzeiten, Laserschutz und Sonne: die Technik hinter den Laserbehandlungen bei Dr. Nüchel.

Laser steht für „Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation“, Lichtverstärkung durch stimulierte Emission von Strahlung. Das Licht eines Lasers hat eine einzige Wellenlänge und eine definierte Energiedichte. Was es in der Haut bewirkt, hängt davon ab, worauf es trifft: auf Farbpigmente, auf den roten Blutfarbstoff oder auf Wasser. Das Lasermedium, ob flüssig, gasförmig oder kristallin, legt die Wellenlänge fest und damit das Einsatzgebiet. Diese Seite erklärt das Prinzip hinter unseren neun Systemen und was es für Ausfallzeit, Sicherheit und Sonnenschutz bedeutet.

Selektive Photothermolyse

Fast alle Laserbehandlungen der Haut folgen einem Prinzip: Licht einer bestimmten Wellenlänge trifft auf eine Zielstruktur, die es besonders stark aufnimmt. Diese Struktur heißt Chromophor. Sie wandelt das Licht in Wärme um, erhitzt sich und wird dadurch verschlossen, zersprengt oder abgebaut. Das umliegende Gewebe nimmt das Licht kaum auf und bleibt weitgehend geschont.

Die Wellenlänge allein reicht dafür nicht. Entscheidend ist auch, wie lange ein Impuls dauert. Die Wärme muss in der Zielstruktur bleiben, bis diese ihren Zweck erfüllt hat; der Impuls muss also kürzer sein als die Zeit, in der die Struktur wieder abkühlt. Je feiner ein Gefäß, desto kürzer der Impuls. Eine Haarwurzel oder ein tiefer liegendes Gefäß verträgt dagegen längere Impulse, wie sie langgepulste Systeme abgeben.

Bei extrem kurzen Impulsen im Nano- oder Pikosekundenbereich kommt ein zweiter Mechanismus hinzu. Die Energie trifft so schlagartig ein, dass im Pigment eine winzige Druckwelle entsteht. Sie zerlegt die Farbpartikel mechanisch, statt sie in erster Linie zu erhitzen. Fresszellen des Immunsystems nehmen die Bruchstücke auf und tragen sie über das Lymphsystem ab. Auf diesem photoakustischen Effekt beruht die Entfernung von Tätowierungen und Pigmentflecken.

Ablative Laser sind die Ausnahme. Sie zielen auf das Wasser, das in jeder Hautzelle steckt, und tragen deshalb Gewebe ab statt eine einzelne Struktur zu treffen: flächig oder fraktioniert, also in einem Raster winziger Zonen, zwischen denen gesunde Haut stehen bleibt. Von dort aus schließt sich die Haut wieder, und es bilden sich neue kollagene und elastische Fasern.

Vier Größen stellt die Ärztin oder der Arzt auf jeden Befund ein: die Wellenlänge, die Impulsdauer, die Energie pro Fläche (Fluenz) und die Fleckgröße des Strahls (Spot). Dazu kommt die Kühlung der Hautoberfläche. Von diesen Einstellungen hängen Wirkung und Verträglichkeit ab.

Wellenlängen und Zielstrukturen

Vier Zielstrukturen bestimmen, welches System wir einsetzen.

Melanin

Das braune bis schwarze Hautpigment sitzt in Altersflecken, in Sommersprossen und im Haarschaft. Der Rubinlaser mit 694 Nanometern trifft das Absorptionsverhalten von Melanin fast ideal; Wasser und Hämoglobin nehmen dieses Licht kaum auf, daher die hohe Selektivität. Der Pico-Laser arbeitet mit noch kürzeren Impulsen und wirkt stärker photoakustisch. Für die Haarentfernung nutzen wir das Melanin im Haar. Der langgepulste Nd:YAG-Laser mit 1064 Nanometern dringt bis zur Haarwurzel vor, und das Pigment der Haut nimmt sein Licht nur gering auf; deshalb eignet er sich auch für dunklere Hauttypen. Die Kehrseite: Blonde, graue und flaumige Haare enthalten zu wenig Pigment, um zuverlässig anzusprechen.

Hämoglobin

Der rote Blutfarbstoff nimmt Licht um 585 bis 595 Nanometer stark auf. Der gepulste Farbstofflaser Vbeam mit 595 Nanometern verschließt erweiterte Äderchen, Couperose, Feuermale und Blutschwämme; das umliegende Gewebe nimmt das Licht kaum auf. Tiefer liegende, kräftigere Gefäße wie Besenreiser an den Beinen erreicht der langgepulste Nd:YAG-Laser mit seiner größeren Eindringtiefe. Intensives gepulstes Licht (IPL, Stellar M22) ist kein Laser, sondern eine Blitzlampe mit einem breiten Spektrum von etwa 500 bis 1200 Nanometern. Filter schneiden es auf das Ziel zu, sodass sich oberflächliche Gefäße und Melanin in einem Arbeitsgang behandeln lassen.

Wasser

Wasser steckt in jeder Hautzelle. Wellenlängen, die Wasser stark aufnimmt, wirken deshalb auf das Gewebe selbst. Der Erbium:YAG-Laser mit 2.940 Nanometern liegt fast exakt am Absorptionsmaximum von Wasser: Die Energie bleibt in einer sehr dünnen Schicht, verdampft das Gewebewasser und trägt die Haut Schicht für Schicht ab, ohne viel Wärme in die Tiefe zu geben („kalte“ Ablation). Der CO₂-Laser mit 10.600 Nanometern erzeugt mehr Wärme im Gewebe; das strafft stärker, verlängert aber die Abheilzeit. Im Alma Hybrid ist er mit einem nicht-ablativen 1570-Nanometer-Laser kombiniert, dessen Wärme in der Tiefe die Kollagenneubildung anregen kann, während die Hautoberfläche geschlossen bleibt. Über das Verhältnis beider Wellenlängen steuern wir, wie intensiv die Behandlung ausfällt und wie lange die Haut zur Erholung braucht.

Tattoo-Pigment

Tätowierfarben sind Fremdpigmente, und jede Farbe nimmt Licht in einem bestimmten Spektralbereich am besten auf. Deshalb kombinieren wir Systeme: den Pikosekundenlaser PicoStar als Hauptgerät, den Q-Switch-Nd:YAG-Laser Evo Q-Plus mit 532 Nanometern für Rot, Gelb, Orange und Braun sowie 1064 Nanometern für Schwarz, Blau und Braun, dazu den Rubinlaser mit 694 Nanometern für Schwarz, Blau und Grün. Profitätowierungen brauchen wegen der höheren Pigmentdichte mehr Sitzungen als Laientätowierungen. Eine restlose Entfernung lässt sich nicht in jedem Fall zusagen.

Ein System arbeitet ohne Licht: Beim Radiofrequenz-Microneedling INFINI geben 49 feine Nadeln an ihrer Spitze in 0,5 bis 3,5 Millimetern Tiefe einen Wärmeimpuls ab. Die Zielstruktur ist die Lederhaut, in der sich neues Kollagen bildet, während die Oberhaut weitgehend unbeansprucht bleibt.

SystemTypWellenlängeZielstrukturTypische Anliegen
Alma Hybridfraktionierter CO₂-Laser (ablativ) mit nicht-ablativem Laser10.600 nm und 1570 nmWasserFalten, Hautstraffung, Aknenarben, Narben, aktinische Keratosen
Erbium:YAG (Asclepion)ablativer Laser, „kalte“ Ablation2.940 nmWasserAlterswarzen, erhabene gutartige Muttermale, aktinische Keratosen, feine Fältchen
PicoStar (Asclepion)PikosekundenlaserTODO: Wellenlängen des PicoStar ergänzen (keine Quelle nennt sie)Melanin, Tattoo-PigmentTattooentfernung, Alters- und Sonnenflecken, Hautbild
Rubystar (Asclepion)Rubinlaser, gütegeschaltet und langgepulst694 nmMelanin, dunkle Tattoo-PigmenteAltersflecken, Sommersprossen, schwarze, blaue und grüne Tattoo-Pigmente, sehr feine Gesichtshaare
Evo Q-Plus (Quanta System)Q-Switch-Nd:YAG-Laser532 nm und 1064 nmTattoo-PigmentTattooentfernung, nach Farbe zugeordnet
Nydonlanggepulster Nd:YAG-Laser1064 nmHämoglobin tiefer Gefäße, Melanin im HaarBesenreiser, tiefe Gefäße, Haarentfernung auch bei dunkleren Hauttypen
Vbeam (Candela)gepulster Farbstofflaser595 nmHämoglobinCouperose, Rosazea, Feuermale, Hämangiome, Gefäßsternchen
Stellar M22 (Lumenis)IPL, Blitzlampe (kein Laser)ca. 500–1200 nm, über Filter eingegrenztOxyhämoglobin, Melaninflächige Rötungen, Pigmentflecken, ungleichmäßiger Teint
INFINI (Lutronic)Radiofrequenz-Microneedling (kein Laser)keine, RadiofrequenzLederhaut, Wärme über NadelspitzenAknenarben, Hautstraffung, Poren

TODO: Hersteller und Modellbezeichnung des langgepulsten Nd:YAG-Lasers bestätigen (Ästhetik-Website: Nydon von Alma; alte Website: Wavelight Mydon).

Ausfallzeiten je Verfahrensklasse

Wie lange Sie nach einer Behandlung etwas sehen, hängt weniger vom Gerät ab als von der Verfahrensklasse. Die Angaben sind typische Verläufe von unseren Behandlungsseiten; Ihr Verlauf kann abweichen.

VerfahrensklasseSystemeTypische AusfallzeitWas sichtbar ist
GefäßlaserVbeam, Nydon1–3 Tage Rötung und Schwellung; gesellschaftsfähig meist sofortbeim Farbstofflaser je nach Einstellung punktförmige Einblutungen (Purpura) für etwa 7–14 Tage, mit Make-up abdeckbar
PigmentlaserRubystar, PicoStarRubinlaser: feine Krüstchen 5–10 Tage; Pico-Laser: gesellschaftsfähig nach 1–3 TagenFlecken dunkeln zunächst nach und schuppen über 1–2 Wochen ab, darunter zartrosa Haut
TattooentfernungPicoStar, Evo Q-Plus, RubystarRötung, Schwellung und Wundgefühl für wenige TageKrusten oder Bläschen bis 1–2 Wochen; Sitzungen im Abstand mehrerer Wochen
IPLStellar M22Rötung und Wärmegefühl für Stunden bis 1 TagPigmentflecken dunkeln nach und lösen sich über 7–14 Tage
HaarentfernungNydon, Rubystarmeist keineRötung um die Haarfollikel für Stunden bis wenige Tage
Nicht-ablative HautverjüngungAlma Hybrid (1570 nm), INFINI0–3 Tage Rötung und Schwellungbeim Radiofrequenz-Microneedling feine Mikrokrüstchen für einige Tage
Ablative LaserAlma Hybrid (CO₂), Erbium:YAGErbium:YAG 3–7 Tage; CO₂-Resurfacing 4–7 TageRötung und feine Krusten; gesellschaftsfähig nach wenigen Tagen bis etwa einer Woche, eine leichte Rötung kann länger bleiben

Ausfallzeit heißt nicht Arbeitsunfähigkeit. Gemeint sind sichtbare Reaktionen der Haut. Was Sie in dieser Zeit beachten sollten, steht in der Nachsorge der jeweiligen Behandlungsseite.

Sicherheit

Laserbehandlungen sind bei uns ärztliche Leistungen. Indikation, Geräteeinstellung und Behandlung liegen in ärztlicher Hand, denn von den Parametern hängen Wirkung und Verträglichkeit ab. Bei dunkleren Hauttypen, großflächigen Befunden oder unsicherer Hautreaktion behandeln wir zunächst eine kleine, unauffällige Stelle zur Probe.

Laserlicht kann das Auge ernsthaft schädigen. Deshalb tragen Sie und das Praxisteam während der gesamten Behandlung eine geeignete Schutzbrille. Behandlungen in Augennähe unterliegen besonderer Vorsicht. Für den Laserschutz in der Praxis ist Irini Solomonidou zuständig, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie und seit 2010 qualifizierte Laserschutzbeauftragte.

Pigmentflecken beurteilen wir vor jeder Laserbehandlung mit dem Auflichtmikroskop. Die Lentigo maligna, eine Frühform des schwarzen Hautkrebses, kann einem Altersfleck zum Verwechseln ähnlich sehen. Gelasertes Gewebe lässt sich nicht mehr feingeweblich untersuchen; unklare Befunde klären wir deshalb zuerst mit einer Gewebeprobe ab.

Die Kühlung der Hautoberfläche gehört zu jeder Behandlung, ob über ein Kontaktgel oder eine Kühlung im Handstück. Sie schützt die Oberhaut und macht die Impulse erträglicher. Die Lasersysteme sind medizinisch zugelassen und werden regelmäßig gewartet.

Sonne vor und nach der Behandlung

Gebräunte Haut enthält mehr Melanin. Der Laser arbeitet dann weniger selektiv: Die Oberhaut nimmt zu viel Energie auf, und das Risiko für Pigmentverschiebungen und oberflächliche Verbrennungen steigt. Je heller die Haut, desto höhere Energien lassen sich einsetzen, und desto wirksamer ist die Sitzung. Am günstigsten sind Herbst und Winter.

Vor der Behandlung: Meiden Sie in den vier bis sechs Wochen vor dem Termin intensive Sonne, Solarium und Selbstbräuner im Behandlungsareal. Die Haut muss zum Termin ungebräunt sein; sonst verschieben wir. Manche Medikamente und Präparate erhöhen die Lichtempfindlichkeit, etwa Johanniskraut. Nennen Sie uns alles, was Sie einnehmen. Nach einer innerlichen Aknebehandlung mit Vitamin-A-Säure-Abkömmlingen halten wir vor einer Laserbehandlung einen zeitlichen Abstand ein.

Nach der Behandlung: Schützen Sie die behandelte Haut über mehrere Wochen mit Lichtschutzfaktor 50+, nach Pigmentbehandlungen mindestens vier bis sechs Wochen. Meiden Sie direkte Sonne und Solarium, auch zwischen den Sitzungen einer Serie. Die frische Haut unter abgefallenen Krüstchen ist zartrosa und besonders empfindlich; schützen Sie sie, bis sich der Hautton angeglichen hat.

Welches System für Ihr Anliegen infrage kommt, finden Sie in der Übersicht nach Anliegen oder nach Lasersystem. Die Entscheidung fällt in der Untersuchung: Termin vereinbaren.

Stand: 02. September 2026