Sonnenschutz und Selbstkontrolle
Zehn Sonnenregeln und die ABCDE-Regel helfen Ihnen, die UV-Belastung der Haut zu begrenzen und Veränderungen an Pigmentmalen früh zu bemerken.
Was ist das?
Häufige Sonnenbrände, Hautkrebs in der eigenen Familie und viele Pigmentmale erhöhen das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Veranlagung und Pigmentmale lassen sich nicht ändern, die UV-Belastung der Haut schon. Der Schutz vor der Sonne ist deshalb die Vorbeugung, die Sie selbst in der Hand haben.
Besonders Kinder brauchen einen ausreichenden Schutz. Säuglinge sollten im ersten Lebensjahr möglichst gar nicht in die direkte Sonne. Bei Erwachsenen sind die sogenannten Sonnenterrassen besonders belastet, also die Stellen, auf die die Sonne am stärksten trifft: Nasenrücken, die Haut um die Augen, Ohren, Lippen, Kinn, Schultern, Rücken, Gesäß und Fußrücken sowie bei Glatzenbildung die Kopfhaut.
Der zweite Teil der Vorbeugung ist der Blick auf die eigene Haut. Früh erkannter Hautkrebs ist in vielen Fällen gut behandelbar. Mit der ABCDE-Regel können Sie Ihre Pigmentmale zwischen den Vorsorgeterminen selbst im Blick behalten. Sonnenschutz und Selbstkontrolle ergänzen die hautärztliche Untersuchung; sie ersetzen sie nicht.
Für wen?
- Alle Erwachsenen, ergänzend zur regelmäßigen Hautkrebsvorsorge
- Kinder, besonders Säuglinge im ersten Lebensjahr
- Heller Hauttyp und häufige Sonnenbrände in der Vorgeschichte
- Viele oder auffällige Pigmentmale (Muttermale)
- Hautkrebs in der eigenen Familie
- Nach bereits behandeltem Hautkrebs oder bei aktinischen Keratosen
- Regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen können
- Ein Muttermal, das Ihnen neu vorkommt oder anders aussieht als früher
Was Sie realistisch erwarten können
- Kleidung und Schatten sind die Grundlage des Sonnenschutzes. Sonnenschutzmittel kommen auf die Körperstellen, die unbedeckt bleiben.
- Sonnenschutz senkt die UV-Belastung, schließt Hautkrebs aber nicht aus. Die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung und die Selbstkontrolle bleiben deshalb wichtig.
- Die meisten Pigmentmale sind harmlos. Die Selbstkontrolle hilft Ihnen, Veränderungen rechtzeitig zu bemerken; Anlass zur Sorge ist sie nicht.
- Mit jeder Kontrolle lernen Sie Ihre Haut besser kennen. Ein neues oder verändertes Mal fällt dann leichter auf. TODO: Empfohlenen Abstand der Selbstkontrolle ärztlich bestätigen; die alte Website nennt keinen.
- Die jährliche Hautkrebsvorsorge bleibt der feste Termin; bei erhöhtem Risiko oder nach einem Hautkrebs können kürzere Abstände sinnvoll sein. In der Praxis kann ein Muttermalatlas mit dem FotoFinder-System den Vergleich über die Zeit ergänzen.
- Wenn Sie unsicher sind, welcher Schutz zu Ihrem Hauttyp passt, sprechen Sie uns in der Sprechstunde an.
Risiken und Nebenwirkungen
- Medikamente mit erhöhter LichtempfindlichkeitEinige Medikamente machen die Haut lichtempfindlicher, sodass sie schneller mit Rötung reagiert. Wenn Sie regelmäßig Arzneimittel einnehmen, fragen Sie uns oder in Ihrer Apotheke, ob das auf Ihre Präparate zutrifft.
- Grenzen der ABCDE-RegelManche Veränderungen sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen, und nicht jeder Hautkrebs zeigt die ABCDE-Merkmale. Die Regel ist auf die Früherkennung des malignen Melanoms zugeschnitten; heller Hautkrebs kann anders aussehen.
- Ein Merkmal ist noch keine DiagnoseEin einzelnes ABCDE-Merkmal bedeutet nicht, dass Hautkrebs vorliegt. Viele Muttermale sind von Natur aus etwas unregelmäßig geformt oder gefärbt. Die Einordnung erfolgt in der Untersuchung, bei Bedarf mit Auflichtmikroskopie und den weiteren Verfahren der Hautkrebsvorsorge.
- Keine SelbstbehandlungBitte behandeln oder entfernen Sie auffällige Hautveränderungen nicht selbst, auch nicht mit frei verkäuflichen Mitteln. Das erschwert die Beurteilung und eine feingewebliche Untersuchung.
- Im Zweifel lieber einmal zu oftLassen Sie neue, wachsende oder sich verändernde Hautveränderungen zeitnah abklären, auch wenn Sie die Sonnenregeln konsequent einhalten. Eine Vorstellung in der Praxis ist auch dann sinnvoll, wenn sich herausstellt, dass alles in Ordnung ist.
Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Kosten und Erstattung
Die Beratung zum Sonnenschutz und zur Selbstkontrolle gehört zur hautärztlichen Sprechstunde und zur Hautkrebsvorsorge.
Das gesetzliche Hautkrebs-Screening übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel ab 35 Jahren alle zwei Jahre. Ergänzende Verfahren wie das FotoFinder-Mapping, der 20-MHz-Ultraschall und die Impedanzspektroskopie sind in der Regel Selbstzahler- oder IGeL-Leistungen. Näheres finden Sie auf der Seite Hautkrebsvorsorge.
10 goldene Sonnenregeln
Wenn Sie sich der Sonne aussetzen, beachten Sie bitte folgende Regeln:
- Vermeiden Sie jede Rötung der Haut.
- Tragen Sie sonnendichte Kleidung (textiler Lichtschutz).
- Schützen Sie alle unbedeckten Körperstellen mit einem ausreichenden Sonnenschutzmittel (mindestens LSF 30).
- Halten Sie sich in den ersten Urlaubstagen besonders im Schatten auf.
- Tragen Sie Sonnencreme etwa 30 Minuten vor dem Sonnenbad auf.
- Meiden Sie die Mittagssonne und gönnen Sie Ihrer Haut auch einmal eine Pause.
- Verwenden Sie beim Baden wasserfeste Sonnenschutzmittel.
- Achten Sie auf lichtsensibilisierende Medikamente, falls Sie regelmäßig Arzneimittel einnehmen müssen.
- Verzichten Sie auf Parfum und Deodorants, wenn Sie in die Sonne gehen. Duftstoffe können zusammen mit UV-Licht Pigmentflecken begünstigen.
- Tragen Sie eine Sonnenbrille, um auch Ihre Augen vor intensiver Sonne zu schützen.
Selbstkontrolle der Haut: die ABCDE-Regel
Sehen Sie Ihre Haut in festen Abständen und immer in derselben Reihenfolge an. Jedes Pigmentmal beurteilen Sie nach der ABCDE-Regel.
Nehmen Sie sich Zeit, wenn Sie ungestört sind, zum Beispiel nach dem Duschen. Sie brauchen Tageslicht oder eine helle Lampe, einen großen Spiegel und einen Handspiegel für den Rücken und die Rückseite der Beine. Für Kopfhaut und Rücken hilft eine vertraute Person.
Gehen Sie immer in derselben Reihenfolge vor, damit Sie keine Region auslassen: Gesicht, Ohren, Hals und Kopfhaut, dann Brust und Bauch, die Arme mit Achseln, Händen und Fingern, anschließend im Spiegel Rücken, Gesäß und die Rückseite der Beine, zuletzt Beine, Füße, Fußsohlen und Zehenzwischenräume. Leicht aus dem Blick geraten die Kopfhaut (Scheitel für Scheitel), die Ohrmuscheln, Handflächen und Fußsohlen, die Nägel sowie die Genital- und Analregion. Die Sonnenterrassen verdienen besondere Sorgfalt.
Notieren Sie, was Ihnen aufgefallen ist, oder fotografieren Sie die Stelle mit einem Größenvergleich, etwa einem Lineal daneben. So lässt sich beim nächsten Mal und in der Praxis nachvollziehen, ob sich etwas verändert hat. Ein Muttermal, das anders aussieht als alle übrigen, verdient einen zweiten Blick.
Unabhängig von der Regel gilt: Lassen Sie Blutungen einer Hautveränderung, Juckreiz, eine raue, sandpapierartige Oberfläche, neue oder zunehmende örtliche Verfärbungen und eine rasche Veränderung von Größe, Form oder Farbe rasch ärztlich abklären. Warten Sie damit nicht auf die nächste Routinevorsorge.
Für die Beurteilung der einzelnen Male dient die ABCDE-Regel mit fünf Merkmalen:
- A wie Asymmetrie: Das Muttermal hat eine unregelmäßige Form.
- B wie Begrenzung: Die Ränder sind unscharf oder wirken wie ausgelaufen.
- C wie Color (Farbe): unregelmäßige Färbung mit hellen und dunklen, teils tiefschwarzen Tönen.
- D wie Durchmesser: Das Muttermal ist größer als 6 mm.
- E wie Entwicklung: Das Muttermal verändert sich über die Zeit (Größe, Form, Farbe, Erhabenheit) oder beginnt zu jucken oder zu bluten.
Häufige Fragen
Für alle unbedeckten Körperstellen empfehlen wir ein Sonnenschutzmittel mit mindestens LSF 30. Es ergänzt Kleidung und Schatten, ersetzt sie aber nicht.
Ja, für Kinder gelten sie in besonderem Maß. Säuglinge sollten im ersten Lebensjahr möglichst gar nicht in die direkte Sonne. Ältere Kinder brauchen einen ausreichenden Schutz, vor allem durch Kleidung und Schatten.
Regelmäßig und in festen Abständen, damit Sie Veränderungen im Vergleich bemerken. Die jährliche hautärztliche Vorsorge kommt hinzu.
E steht für Entwicklung, also für Veränderung über die Zeit: Ein Muttermal wird größer, ändert Form oder Farbe, wird erhaben oder beginnt zu jucken oder zu bluten. Auf dieses Kriterium kommt es besonders an, weil es auch Male erfasst, die nach A bis D unauffällig wirken.
Nicht zwangsläufig. Viele harmlose Muttermale sind etwas unregelmäßig geformt oder gefärbt. Die Regel hilft, Male herauszufinden, die wir uns ansehen sollten. Die Einordnung erfolgt in der Praxis, bei Bedarf mit Auflichtmikroskopie, FotoFinder oder Nevisense. Vereinbaren Sie einen Termin, dann sehen wir es uns an.
Nein. Sonnenschutz senkt die UV-Belastung und damit einen wichtigen Risikofaktor. Veranlagung, Hautkrebs in der Familie und eine große Zahl von Pigmentmalen bleiben davon unberührt. Deshalb gehören eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung, in der Regel einmal im Jahr, und die Selbstkontrolle der Haut dazu.
Nein. Rücken und Kopfhaut sind allein schwer zu beurteilen, und die Auflichtmikroskopie zeigt Strukturen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Auch Hautkrebsformen ohne die typischen ABCDE-Merkmale fallen eher in der Untersuchung auf.
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