Warzen
Warzen an Händen, Füßen und im Gesicht einordnen und stufenweise behandeln: vom Abwarten über Salicylsäure und Vereisung bis zur Bestrahlung mit Infrarot-A-Licht.
- Sitzungenmeist mehrere, je nach Verfahren
Was ist das?
Warzen (Verrucae) sind gutartige Wucherungen der Oberhaut, die humane Papillomviren (HPV) auslösen. Die Viren dringen über kleine Hautverletzungen ein, etwa in Schwimmbädern oder Umkleiden, und regen die Hautzellen zur Vermehrung an. Warzen sind ansteckend: durch direkten Kontakt und über Gegenstände wie Handtücher oder Fußböden.
Am häufigsten sind vulgäre Warzen (Verrucae vulgares) an Händen und Fingern, raue, hautfarbene Knötchen. An den Fußsohlen wachsen Dornwarzen (Verrucae plantares) durch den Druck beim Gehen nach innen und schmerzen wie ein Stein im Schuh. Flachwarzen (Verrucae planae) sind kleine, glatte Erhebungen im Gesicht oder am Handrücken, oft bei Kindern. Dellwarzen (Mollusca contagiosa) gehören streng genommen nicht dazu; ein anderes Virus verursacht sie, sie sehen aber ähnlich aus. Feigwarzen im Genitalbereich behandeln wir in der Venerologie.
Viele Warzen verschwinden von selbst, bei Kindern oft innerhalb von ein bis zwei Jahren, weil das Immunsystem die Viren erkennt. Eine Behandlung ist sinnvoll, wenn Warzen schmerzen, sich ausbreiten, bluten, stören oder lange bestehen. Dann gehen wir stufenweise vor. TODO: Ärztlich bestätigen, welche Verfahren die Praxis bei Warzen einsetzt (Salicylsäure, Vereisung, Abtragung, wIRA-Bestrahlung); die alte Website beschreibt nur die wIRA-Therapie.
Für wen?
- Schmerzhafte Dornwarzen an der Fußsohle
- Warzen, die sich vermehren oder ausbreiten
- Warzen, die seit Monaten bestehen oder auf Mittel aus der Apotheke nicht ansprechen
- Warzen im Gesicht oder an anderen sichtbaren Stellen
- Warzen bei Kindern, für die schmerzhafte Verfahren wenig geeignet sind
- Unklare Hautknötchen: auch Hühneraugen, Alterswarzen oder selten ein Hauttumor können einer Warze ähneln
Ablauf
- 1
Untersuchung
Wir sehen uns die Veränderung mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) an. Warzen zeigen dort feine punktförmige Gefäße und unterbrechen die Hautlinien; so grenzen wir sie von Hühneraugen, Alterswarzen und anderen Hautveränderungen ab. Bei Unklarheit entnehmen wir eine Gewebeprobe.
- 2
Aufweichen mit Salicylsäure
Erster Schritt ist meist ein salicylsäurehaltiges Pflaster oder eine Lösung, die Sie zu Hause täglich anwenden. Die Säure löst die verhornte Warzenschicht auf, die Sie nach dem Baden vorsichtig abtragen. Diese Behandlung braucht Geduld, meist mehrere Wochen bis Monate.
- 3
Vereisung (Kryotherapie)
Bei der Vereisung trifft flüssiger Stickstoff für einige Sekunden auf die Warze. Die Kälte zerstört das Warzengewebe; es bildet sich eine Blase, die innerhalb von ein bis zwei Wochen eintrocknet. Meist sind mehrere Sitzungen im Abstand von zwei bis vier Wochen nötig. Die Vereisung brennt kurz und ist für kleine Kinder oft nicht geeignet.
- 4
Abtragen
Hartnäckige Einzelwarzen lassen sich in örtlicher Betäubung mit dem scharfen Löffel (Kürettage) oder elektrisch abtragen. An der Fußsohle bleibt das die Ausnahme, weil Narben dort beim Gehen schmerzen können.
- 5
Bestrahlung mit Infrarot-A-Licht (wIRA)
Bei wiederkehrenden oder therapieresistenten Warzen an Händen und Füßen kommt die Bestrahlung mit wassergefiltertem Infrarot-A-Licht in Frage. Nach dem Aufweichen mit Pflastern über zwei bis sieben Tage tragen wir die Hornanteile ab und bestrahlen die Warzen 20 bis 30 Minuten, wöchentlich über sechs bis zehn Sitzungen. Spürbar ist dabei in der Regel nur ein Wärmegefühl; deshalb eignet sich das Verfahren auch für Kinder. TODO: Einsatz der wIRA-Therapie in der Praxis bestätigen.
Technologie oder Wirkstoff
Salicylsäure ist ein Keratolytikum: Sie lockert die Verbindungen zwischen den Hornzellen und trägt die Warze Schicht für Schicht ab. Zusätzlich reizt sie das Gewebe leicht, was das Immunsystem auf die Viren aufmerksam macht.
Flüssiger Stickstoff hat etwa minus 196 Grad. Beim Vereisen gefrieren die Zellen der Warze und sterben ab; die anschließende Entzündung hilft dem Immunsystem, die Viren zu erkennen.
Wassergefiltertes Infrarot-A-Licht (700 bis 1400 nm) durchwärmt das Gewebe um die Warze in der Tiefe, ohne die Oberfläche stark zu erhitzen. Die bessere Durchblutung lässt vermehrt Abwehrzellen einwandern. Einzelheiten stehen auf der Seite zur wIRA-Therapie.
Was Sie realistisch erwarten können
- Keine Methode entfernt jede Warze beim ersten Mal. Rechnen Sie mit mehreren Sitzungen oder mit Wochen der Anwendung.
- Nach der Vereisung bildet sich eine Blase, manchmal mit Blut; sie trocknet in etwa ein bis zwei Wochen ein.
- Warzen können auch nach erfolgreicher Behandlung wiederkommen, weil Viren in der Umgebung verbleiben.
- Bei Kindern lohnt sich oft das Abwarten, weil viele Warzen von selbst verschwinden.
- Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Risiken und Nebenwirkungen
- Hautreizung durch SalicylsäureDie Säure kann die gesunde Haut um die Warze reizen, röten oder wund machen. Schützen Sie die Umgebung mit einer Fettsalbe oder tragen Sie die Lösung nur auf die Warze auf.
- Schmerz, Blase und Pigmentveränderung nach VereisungDie Vereisung brennt während der Behandlung und einige Stunden danach. Es bildet sich eine Blase, selten mit Blut. An der Stelle kann die Haut heller oder dunkler bleiben; sehr selten entsteht eine kleine Narbe oder eine Nervenreizung an den Fingern.
- Narben nach AbtragungNach Kürettage oder elektrischer Abtragung sind Narben möglich, an der Fußsohle mitunter schmerzhaft. Deshalb bleibt die Abtragung hartnäckigen Einzelfällen vorbehalten.
- Wärmegefühl bei der Infrarot-BestrahlungBei der wIRA-Bestrahlung ist ein Wärmegefühl spürbar; die Hautoberfläche soll dabei nicht überwärmen.
- Rückfall und AusbreitungWarzen können nach jeder Behandlung erneut auftreten oder sich durch Kratzen auf andere Stellen ausbreiten.
- Grenzen aller VerfahrenIn der Literatur sind rund 30 Verfahren beschrieben, und keines hilft in jedem Fall. Auch nach mehreren Behandlungen bleibt manche Warze bestehen; dann wechseln wir das Verfahren.
Wann wir nicht behandeln
- Salicylsäure nicht im Gesicht, im Genitalbereich oder auf entzündeter Haut; bei Diabetes und Durchblutungsstörungen nur nach ärztlicher Rücksprache
- Vereisung zurückhaltend bei Kälteempfindlichkeit, Durchblutungsstörungen und bei kleinen Kindern
- Keine Selbstbehandlung unklarer Hautveränderungen ohne ärztliche Diagnose
Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Vor- und Nachsorge
Vorbereitung
- Berichten Sie uns, was Sie bereits ausprobiert haben und wie lange.
- Bei unklarem Befund lassen Sie die Stelle vor dem Termin unbehandelt, damit sie sich beurteilen lässt.
Nachsorge
- Nach der Vereisung: Blase nicht aufstechen, Stelle sauber halten, bei Bedarf ein Pflaster.
- Tragen Sie in Schwimmbad, Sauna und Gemeinschaftsduschen Badeschuhe und benutzen Sie eigene Handtücher.
- Kratzen oder knibbeln Sie nicht an Warzen; das verteilt die Viren.
- Bei Fußwarzen wechseln Sie täglich die Socken und halten die Füße trocken.
Kosten und Erstattung
Untersuchung und die üblichen Warzenbehandlungen wie Vereisung oder Abtragung sind Leistungen der gesetzlichen und privaten Krankenkassen.
Salicylsäurehaltige Pflaster und Lösungen aus der Apotheke zahlen Erwachsene in der Regel selbst.
Die wIRA-Therapie ist bisher keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Wir rechnen sie nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) ab; private Kassen übernehmen die Kosten in der Regel. Die Gesamtkosten hängen vom Ausmaß des Befalls ab und werden vorab besprochen.
Wirkprinzip und Evidenz
Die meisten Studien gibt es zu Salicylsäure und Kryotherapie. Beide wirken in einem Teil der Fälle, und die Kombination schneidet in Untersuchungen etwas besser ab als jede Methode allein. Für andere Verfahren, auch für die Infrarot-Bestrahlung, ist die Datenlage dünner.
Alternativen
Weitere Möglichkeiten bei hartnäckigen Warzen sind das Betupfen mit verdünnten Säuren (etwa salpetersäurehaltige Lösungen), immunmodulierende Cremes oder ein Farbstofflaser, der die Gefäße der Warze verschließt. TODO: Ärztlich bestätigen, welche dieser Verfahren die Praxis anbietet.
Quellen
- British Association of Dermatologists, Leitlinie zur Behandlung kutaner Warzen (Sterling et al., 2014)
- Cochrane-Übersichtsarbeit zu örtlichen Behandlungen kutaner Warzen (Kwok et al., 2012)
Häufige Fragen
Nein. Viele Warzen verschwinden innerhalb von Monaten bis zwei Jahren von selbst, besonders bei Kindern. Behandeln sollten Sie Warzen, die schmerzen, sich ausbreiten oder Sie stören, und Warzen bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Ja. Die Viren übertragen sich durch Hautkontakt und über Böden, Handtücher oder Werkzeuge. Warzen an den Fußsohlen holen sich viele im Schwimmbad. Badeschuhe und eigene Handtücher verringern das Risiko.
Ein Hühnerauge ist eine Verhornung durch Druck, ohne Viren, mit glattem Hornkern. Eine Dornwarze zeigt feine dunkle Punkte (kleine Einblutungen) und unterbricht die Hautlinien. Unter dem Auflichtmikroskop lässt sich das meist unterscheiden.
Die Vereisung brennt kurz und kann einige Stunden nachwirken. Salicylsäure ist meist schmerzarm, kann die Haut aber reizen. Bei der wIRA-Bestrahlung spüren die meisten nur Wärme.
Je nach Verfahren Wochen bis Monate. Salicylsäure wenden Sie täglich über mehrere Wochen an, die Vereisung folgt alle zwei bis vier Wochen, die wIRA-Bestrahlung wöchentlich über sechs bis zehn Sitzungen.
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