PUVA-Therapie (Bade- und Creme-PUVA)
Verbindet die Vorbehandlung der Haut mit einem Lichtsensibilisator und eine anschließende UVA-Bestrahlung, als Bad oder als Creme.
- DauerBad 20 Min., danach Bestrahlung
- Sitzungenanfangs ca. 4 pro Woche, z. B. 6–8 Wochen bei Schuppenflechte
Was ist das?
Die Abkürzung PUVA steht für die Behandlung mit einem Lichtsensibilisator (einem Psoralen) und der nachfolgenden Bestrahlung mit langwelligem ultraviolettem Licht (UVA). Der Wirkstoff macht die Haut für das UVA-Licht empfänglich. Die dabei ausgelösten Reaktionen hemmen unter anderem die Zellteilung der Haut und regen die Pigmentbildung an.
In unserer Praxis führen wir die PUVA vor allem als Bade-PUVA und als Creme-PUVA durch. Bei der Bade-PUVA nehmen Sie zuerst ein 20-minütiges Bad in einem jeweils frisch zubereiteten, 37 °C warmen Badewasser mit dem Wirkstoff, als Vollbad oder als Teilkörperbad. Bei der Creme-PUVA reiben Sie nur die betroffenen Hautareale mit einer wirkstoffhaltigen Creme ein, zum Beispiel Handinnenflächen und Fußsohlen. Die UVA-Bestrahlung folgt in der Ganzkörperkabine oder mit einem Gerät für die Hand- und Fußregion.
Weil die vorbehandelte Haut über Stunden lichtempfindlich bleibt und die UVA-Dosis im Verlauf steigt, gehören zur PUVA feste Regeln für den Behandlungstag. Wir besprechen sie vor Beginn mit Ihnen; auf dieser Seite finden Sie sie zum Nachlesen.
Für wen?
- Schuppenflechte (Psoriasis)
- Chronische Hand- und Fußekzeme
- Weitere Hauterkrankungen, bei denen eine Lichttherapie infrage kommt, nach ärztlicher Beurteilung
Ablauf
- 1
Ärztliche Untersuchung und Dosisfestlegung
Zunächst prüfen wir, ob und in welcher Form die PUVA für Ihre Erkrankung geeignet ist, und fragen nach Ihren Medikamenten und einer möglichen Schwangerschaft. Die Bestrahlungsdosis legen wir für Sie persönlich fest und steigern sie in regelmäßigen Abständen.
- 2
Creme-PUVA: das Eincremen
Bei der Creme-PUVA cremen Sie die betroffenen Areale meist schon zu Hause ein. Ab diesem Moment schützen Sie die eingecremten Partien mit Handschuhen oder Socken vor UV-Strahlung und berühren damit keine anderen Hautstellen.
- 3
Bade-PUVA: das Bad
Das Bad dauert 20 Minuten. Wir bereiten es für jede Behandlung frisch zu, 37 °C warm und mit dem Wirkstoff versetzt, als Vollbad oder als Teilkörperbad. Kopf, Gesicht, Augen und Hals bleiben beim Vollbad außerhalb des Wassers. Danach tupfen Sie die gebadeten Areale mit einem Handtuch ab, ohne zu reiben. An allen Behandlungstagen behandeln wir dieselben Areale auf dieselbe Weise vor.
- 4
UVA-Bestrahlung
Bei der Bade-PUVA folgt die Bestrahlung möglichst direkt auf das Bad, spätestens innerhalb von 20 Minuten. Bei der Creme-PUVA erfolgt sie 60 Minuten nach dem Eincremen. Während der Bestrahlung tragen Sie eine UV-Schutzbrille. In der Ganzkörperkabine decken Männer ihre Genitalien mit Alufolie ab, weil die Haut dort sehr lichtempfindlich ist und ein erhöhtes Risiko für Hauttumoren besteht.
- 5
Rhythmus und Dauer
In der Anfangsphase behandeln wir in der Regel viermal pro Woche, später gegebenenfalls seltener. Die gesamte Behandlungsdauer hängt von der Erkrankung ab, zum Beispiel 6 bis 8 Wochen bei einer Schuppenflechte, und ist von Person zu Person verschieden.
- 6
Nach der Bestrahlung und nach Abschluss
Die gebadeten oder eingecremten Areale bleiben mindestens 4 Stunden lichtempfindlich. In dieser Zeit schützen Sie sie konsequent vor UV-Strahlung; die Regeln dazu finden Sie weiter unten. Nach Abschluss einer Lichtbehandlung empfehlen wir, langfristig in regelmäßiger hautärztlicher Kontrolle zu bleiben.
Was Sie realistisch erwarten können
- Eine Bade-PUVA-Sitzung besteht aus dem 20-minütigen Bad und der direkt anschließenden Bestrahlung.
- Bei der Creme-PUVA cremen Sie meist zu Hause ein; die Bestrahlung in der Praxis findet 60 Minuten danach statt.
- In der Anfangsphase in der Regel vier Behandlungen pro Woche, später gegebenenfalls weniger.
- Die Gesamtdauer richtet sich nach der Erkrankung (z. B. 6 bis 8 Wochen bei Schuppenflechte) und ist von Person zu Person verschieden.
- Die UVA-Dosis legen wir für Sie fest und steigern sie in regelmäßigen Abständen.
- Planen Sie den Behandlungstag so, dass Sie in den ersten 4 Stunden nach der Bestrahlung nicht im Freien sein müssen.
- Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Risiken und Nebenwirkungen
- Sonnenbrandähnliche RötungHäufigste akute Nebenwirkung ist eine sonnenbrandähnliche Rötung. Bei zu hoher Dosis sind stärkere Reaktionen bis hin zur Blasenbildung möglich.
- Erhöhte LichtempfindlichkeitDie gebadeten oder eingecremten Hautareale bleiben nach der Behandlung mindestens 4 Stunden erhöht lichtempfindlich. Wie Sie sie in dieser Zeit schützen, steht unter „Regeln für den Behandlungstag“.
- AugenschutzWährend jeder Bestrahlung tragen Sie eine UV-Schutzbrille. Nehmen Sie Psoralen ausnahmsweise als Tablette ein (systemische PUVA), tragen Sie die Schutzbrille am Behandlungstag ganztägig. Wir setzen vorrangig die Bade- und Creme-PUVA ein, bei der dieser Effekt geringer ist.
- Langfristiges Hautkrebsrisiko und HautalterungUV-Therapien können langfristig das Hautkrebsrisiko erhöhen und die Haut vorzeitig altern lassen. Wir steuern und begrenzen die Dosis deshalb ärztlich, in der Ganzkörperkabine decken Männer die Genitalien ab, und nach Abschluss empfehlen wir langfristige hautärztliche Kontrollen.
- MedikamenteBestimmte Medikamente erhöhen die Lichtempfindlichkeit, zum Beispiel Antibiotika wie Tetrazykline, Blutdruckmittel, Beruhigungsmittel und Naturprodukte wie Johanniskraut. Informieren Sie uns deshalb stets, wenn Sie neue Medikamente einnehmen sollen.
- Schwangerschaft und StillzeitWährend der Behandlung darf keine Schwangerschaft bestehen. Sagen Sie uns bitte auch Bescheid, wenn Sie stillen.
- Nicht für jeden geeignetBei bestimmten lichtempfindlichen Erkrankungen (z. B. Lupus erythematodes, Porphyrie), erhöhtem Hautkrebsrisiko oder sehr hellem, UV-empfindlichem Hauttyp prüfen wir die Eignung vor Behandlungsbeginn.
Wann wir nicht behandeln
- Schwangerschaft und Stillzeit (bitte sofort mitteilen)
- Lichtempfindliche Erkrankungen wie Lupus erythematodes oder Porphyrie (Einzelfallprüfung)
- Erhöhtes Hautkrebsrisiko oder sehr heller, UV-empfindlicher Hauttyp (Einzelfallprüfung)
Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Vor- und Nachsorge
Vorbereitung
- Informieren Sie uns über alle Medikamente, die Sie einnehmen, und über eine mögliche Schwangerschaft.
- Bei der Creme-PUVA richten Sie Ihre Ankunft in der Praxis nach dem Eincremen: Die Bestrahlung erfolgt 60 Minuten danach.
Nachsorge
- Die Regeln für die ersten 4 Stunden nach der Bestrahlung stehen unter „Regeln für den Behandlungstag“.
Kosten und Erstattung
Die PUVA ist eine ärztliche Behandlung bei entsprechender Diagnose. Ob und in welchem Umfang Ihre Krankenkasse die Kosten übernimmt, hängt von Verfahren und Diagnose ab; den Rahmen klären wir vorab mit Ihnen.
Angaben zur Erstattung der Balneophototherapie finden Sie auf der Seite Lichttherapie. TODO: Kostenübernahme der Bade- und Creme-PUVA durch gesetzliche und private Kassen bestätigen.
Regeln für den Behandlungstag
Diese Hinweise sind Teil der Behandlung. Bitte halten Sie sie an jedem Behandlungstag ein.
- Bade-PUVA: Die UVA-Bestrahlung erfolgt möglichst direkt nach dem Bad, spätestens innerhalb von 20 Minuten.
- Creme-PUVA: Die UVA-Bestrahlung erfolgt 60 Minuten nach dem Eincremen. Das Eincremen erfolgt meist schon zu Hause; richten Sie Ihre Ankunft in der Praxis danach.
- Das Bad wird für jede Behandlung frisch zubereitet, 37 °C warm, 20 Minuten lang, als Vollbad oder als Teilkörperbad.
- Kopf, Gesicht, Augen und Hals werden beim Vollbad nicht mitgebadet.
- Nach dem Bad die gebadeten Areale mit dem Handtuch abtupfen, nicht abreiben.
- An allen Behandlungstagen dieselben Hautareale auf dieselbe Weise vorbehandeln. Neue Areale nur nach Rücksprache mit uns baden oder eincremen: Die im Verlauf gesteigerte UVA-Dosis wäre für Haut, die daran nicht gewöhnt ist, zu hoch.
- Mit benetzten oder eingecremten Händen keine anderen Hautstellen berühren, zum Beispiel das Gesicht.
- Bei der Creme-PUVA die eingecremten Partien bereits ab dem Eincremen mit Handschuhen, Socken oder Ähnlichem vor UV-Strahlung schützen.
- Nach der Bestrahlung mindestens 4 Stunden den Aufenthalt im Freien vermeiden.
- Müssen Sie dennoch ins Freie, tragen Sie je nach behandelten Arealen Handschuhe (z. B. Baumwollhandschuhe aus der Apotheke) und langärmelige, lichtundurchlässige Kleidung (Hemd, Hose, Socken). Das gilt auch bei bewölktem Himmel und hinter Fensterglas.
- Sonnenbaden und Solariumbesuche sind an Behandlungstagen strikt zu vermeiden.
- Vor der Behandlung keine Lichtschutzstoffe und keine parfümierten Kosmetika (Parfum, Seifen, Rasierwasser) auftragen.
Bitte melden Sie sich bei uns
In diesen Situationen ist Ihre Rückmeldung wichtig:
- Badewasser ist an Kopf, Gesicht, Augen oder Hals gelangt: Spülen Sie Haut oder Augen sofort mit viel klarem Wasser ab und informieren Sie uns umgehend.
- Sie mussten die Therapie länger unterbrechen: Benachrichtigen Sie uns und stellen Sie sich vor der ersten Behandlung danach persönlich vor. Die im Verlauf gesteigerte UVA-Dosis kann nach einer Pause zu hoch sein; falls nötig, reduzieren wir sie.
- Sie sollen ein neues Medikament einnehmen, auch ein Naturprodukt: Fragen Sie vorab bei uns nach.
- Eine Schwangerschaft ist eingetreten: Teilen Sie uns das sofort mit.
Häufige Fragen
Bei der Bade-PUVA nimmt die Haut den Lichtsensibilisator über ein 20-minütiges Bad auf, als Vollbad oder Teilkörperbad; die Bestrahlung folgt möglichst direkt danach, spätestens innerhalb von 20 Minuten. Bei der Creme-PUVA cremen Sie nur die betroffenen Areale ein, zum Beispiel Handinnenflächen und Fußsohlen, und werden 60 Minuten später bestrahlt. Welche Form für Sie infrage kommt, legen wir nach der Untersuchung fest.
Mindestens 4 Stunden. In dieser Zeit meiden Sie den Aufenthalt im Freien und verzichten auf Sonnenbaden und Solarium. Was gilt, wenn ein Weg im Freien unvermeidbar ist, steht unter „Regeln für den Behandlungstag“.
In der Anfangsphase in der Regel viermal pro Woche, später gegebenenfalls seltener. Die Gesamtdauer hängt von der Erkrankung ab, bei Schuppenflechte zum Beispiel 6 bis 8 Wochen, und ist von Person zu Person verschieden.
Kopf, Gesicht, Augen und Hals bleiben beim Vollbad außerhalb des Wassers. Gelangt dennoch Badewasser dorthin, spülen Sie Haut oder Augen sofort mit viel klarem Wasser ab und informieren Sie uns umgehend.
Dermatologie
Beratung vereinbaren
Ob diese Behandlung für Sie passt, klären wir im Gespräch. Rufen Sie an oder buchen Sie online.
Verwandte Behandlungen
Lichttherapie
Bei Schuppenflechte, Neurodermitis und chronischen Hand- und Fußekzemen behandeln wir je nach Befund mit UVB, UVA/UVB oder PUVA, als Ganzkörper- oder als gezielte Bestrahlung von Händen und Füßen.
UVB
Die UVB-Bestrahlung gehört bei der Schuppenflechte zu den etablierten Lichttherapien. Wir bestrahlen den ganzen Körper oder nur Hände und Füße; bei Bedarf kombinieren wir die Behandlung mit äußerlich angewendeten Wirkstoffen oder mit Solebädern.
UVA/UVB
Bei Neurodermitis und bestimmten Formen des Juckreizes setzen wir kombinierte UVA- und UVB-Bestrahlungen ein. Ein lichtsensibilisierender Wirkstoff wie bei der PUVA ist dafür nicht nötig.





