UVA/UVB-Kombinationstherapie
Kombinierte UVA- und UVB-Bestrahlung bei Neurodermitis und bestimmten Formen des Juckreizes, ohne lichtsensibilisierenden Wirkstoff.
Was ist das?
Bei der UVA/UVB-Kombinationstherapie bestrahlen wir die Haut mit beiden Anteilen des ultravioletten Lichts: mit dem kurzwelligen UVB und dem längerwelligen UVA. Diese Form der Phototherapie hat sich bei der Neurodermitis (atopischen Dermatitis) und bei bestimmten Formen des Juckreizes (Pruritus) bewährt.
Von der reinen UVB-Therapie unterscheidet sich die Kombination durch den zusätzlichen UVA-Anteil, von der PUVA dadurch, dass kein lichtsensibilisierender Wirkstoff nötig ist. Ein Bad oder Eincremen vor der Bestrahlung entfällt damit ebenso wie die für die PUVA typische, mehrstündige Lichtempfindlichkeit danach.
Wie lange eine erreichte Besserung anhält, ist individuell verschieden. Wie bei jeder Phototherapie sehen wir uns vor Beginn Ihre Medikamente an. Ob die Kombination für Sie infrage kommt, legen wir nach ärztlicher Untersuchung fest.
Für wen?
- Neurodermitis (atopische Dermatitis)
- Bestimmte Formen des Juckreizes (Pruritus)
Ablauf
- 1
Ärztliche Untersuchung und Medikamentenabgleich
Zunächst prüfen wir, ob die Kombinationstherapie für Ihren Befund geeignet ist und ob etwas dagegen spricht, etwa eine lichtempfindliche Erkrankung oder ein sehr heller, UV-empfindlicher Hauttyp. Besonderes Augenmerk gilt Ihren Medikamenten. Bitte bringen Sie eine Liste aller Mittel mit, die Sie einnehmen.
- 2
Festlegen und Steigern der Dosis
Die Bestrahlungsdosis legen wir ärztlich fest und steigern sie im Verlauf in regelmäßigen Abständen. Maßstab dafür ist die Reaktion Ihrer Haut.
- 3
Bestrahlung
Je nach Befund bestrahlen wir den ganzen Körper oder einen Teil davon. Eine Vorbehandlung mit einem Wirkstoff ist nicht erforderlich. Während jeder Bestrahlung tragen Sie eine UV-Schutzbrille; in der Ganzkörperkabine decken Männer die Genitalien ab.
- 4
Verlaufskontrolle
In regelmäßigen Abständen beurteilen wir Hautbefund und Verträglichkeit und passen die Dosis an. Nach Abschluss der Therapie empfehlen wir langfristig regelmäßige hautärztliche Kontrollen.
Was Sie realistisch erwarten können
- Die Bestrahlungsdosis legen wir ärztlich fest und steigern sie schrittweise.
- Wie oft pro Woche und über welchen Zeitraum wir behandeln, richtet sich nach Befund und Verlauf. TODO: Übliche Behandlungsfrequenz und Gesamtdauer der UVA/UVB-Kombination in der Praxis angeben.
- Es gibt keine Vorbehandlung mit Bad oder Creme; der Termin besteht aus der Bestrahlung selbst.
- Während jeder Bestrahlung tragen Sie eine UV-Schutzbrille.
- Ziel ist eine möglichst anhaltende Besserung; wie lange sie anhält, ist individuell verschieden.
- Nach Abschluss empfehlen wir langfristig regelmäßige hautärztliche Kontrollen.
- Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Risiken und Nebenwirkungen
- MedikamenteBestimmte Medikamente erhöhen die Lichtempfindlichkeit, zum Beispiel einige Antibiotika, Blutdruck- oder Beruhigungsmittel und Johanniskraut. Auf lichtsensibilisierende, insbesondere phototoxische Medikamente achten wir wie bei jeder Phototherapie vor Beginn. Bitte informieren Sie uns über alle Mittel, die Sie einnehmen, und bevor Sie ein neues Medikament beginnen.
- Sonnenbrandähnliche RötungHäufigste akute Nebenwirkung ist eine sonnenbrandähnliche Rötung; bei zu hoher Dosis sind stärkere Reaktionen möglich.
- Langfristiges Hautkrebsrisiko und HautalterungUV-Therapien können langfristig das Hautkrebsrisiko erhöhen und die Haut vorzeitig altern lassen. Wir steuern und begrenzen die Dosis deshalb ärztlich.
- Nicht für alle geeignetBei bestimmten lichtempfindlichen Erkrankungen (z. B. Lupus erythematodes, Porphyrie), erhöhtem Hautkrebsrisiko oder sehr hellem, UV-empfindlichem Hauttyp prüfen wir die Eignung vor Behandlungsbeginn.
- Kosmetika und LichtschutzTragen Sie vor der Behandlung keine Lichtschutzmittel oder parfümierten Kosmetika (Parfum, Seife, Rasierwasser) auf die Haut auf.
Wann wir nicht behandeln
- Lichtempfindliche Erkrankungen wie Lupus erythematodes oder Porphyrie (Einzelfallprüfung)
- Erhöhtes Hautkrebsrisiko oder sehr heller, UV-empfindlicher Hauttyp (Einzelfallprüfung)
Ergebnisse sind individuell und lassen sich nicht garantieren.
Vor- und Nachsorge
Vorbereitung
- Bringen Sie eine Liste aller Medikamente mit, die Sie einnehmen, auch pflanzliche Mittel wie Johanniskraut.
- Tragen Sie vor der Bestrahlung keine Lichtschutzmittel und keine parfümierten Kosmetika auf die Haut auf.
Nachsorge
- Melden Sie sich, bevor Sie ein neues Medikament beginnen.
- Nach Abschluss der Therapie bleiben Sie bitte langfristig in regelmäßiger hautärztlicher Kontrolle.
Kosten und Erstattung
Die UVA/UVB-Kombinationstherapie ist eine ärztliche Behandlung bei entsprechender Diagnose. Ob und in welchem Umfang Ihre Krankenkasse die Kosten übernimmt, hängt von Verfahren und Diagnose ab; den Rahmen klären wir vorab mit Ihnen.
Angaben zur Erstattung der Balneophototherapie finden Sie auf der Seite Lichttherapie. TODO: Kostenübernahme der UVA/UVB-Kombination durch gesetzliche und private Kassen bestätigen.
Einordnung: UVB, UVA/UVB und PUVA
Die drei Verfahren unserer Lichttherapie unterscheiden sich im genutzten Spektrum und darin, ob ein lichtsensibilisierender Wirkstoff nötig ist:
- UVB-Therapie: nutzt allein den kurzwelligen Anteil zwischen 280 und 320 nm, als Schmalband-UVB begrenzt auf einen engeren Ausschnitt (üblicherweise um 311 nm). Bei Schuppenflechte gehört sie zu den etablierten Behandlungen.
- UVA/UVB-Kombination: bestrahlt mit beiden Anteilen des UV-Lichts. Wir setzen sie bei Neurodermitis und bestimmten Formen des Juckreizes ein. Ein Wirkstoff ist nicht nötig.
- PUVA (Photochemotherapie): Vorbehandlung mit einem Psoralen als Bad oder Creme, anschließend UVA-Bestrahlung. Dadurch besteht danach für mindestens vier Stunden eine erhöhte Lichtempfindlichkeit mit entsprechenden Verhaltensregeln.
Häufige Fragen
Wir setzen die Kombination bei Neurodermitis und bestimmten Formen des Juckreizes ein. Ob sie für Sie geeignet ist oder ein anderes Verfahren besser passt, legen wir nach ärztlicher Untersuchung fest.
Bei der PUVA erhält die Haut vor der UVA-Bestrahlung einen lichtsensibilisierenden Wirkstoff (Psoralen), als Bad oder als Creme. Bei der UVA/UVB-Kombination entfällt das; deshalb gibt es danach auch keine mehrstündige Lichtempfindlichkeit durch den Wirkstoff. Die allgemeinen Vorsichtsregeln jeder Phototherapie gelten weiterhin.
Die UVB-Therapie nutzt nur den kurzwelligen Anteil; bei Schuppenflechte gehört sie zu den etablierten Behandlungen. Die Kombination ergänzt den UVA-Anteil; wir setzen sie bei Neurodermitis und bestimmten Formen des Juckreizes ein. Welches Verfahren für Sie passt, entscheiden wir nach dem Befund.
Alle, die Sie einnehmen, auch pflanzliche Mittel wie Johanniskraut. Am einfachsten bringen Sie eine Liste zum ersten Termin mit. Melden Sie sich bitte auch, bevor Sie ein neues Medikament beginnen.
Wie lange eine Besserung anhält, ist von Person zu Person verschieden. Eine Zusage können wir nicht geben. Nach Abschluss empfehlen wir regelmäßige hautärztliche Kontrollen.
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